Achthundert und strbenundvierzigste Macht. 421
de» feinsten Teppichen belegt nach der Stadt Asaf, und brachten mich in ein für Fremdebestimmtes Hotel, das der mächtigste Sultan bewohnen dürfte, so schön war dessen Bauartund. innere Einrichtung, und so vortrefflich war eS mit allen Annehmlichkeiten desLebens versehen.
Es war Nacht, als wir in das Hotel kamen, und ich ward in ein Zimmer geführt,in welchem unzählbare Wachslichter mit Aloeholz besteckt in goldenen Leuchtern brannte»;ein mit den schmackhaftesten Speisen und Getränken beladener Tisch stand vor einemhöchst bequemen und reichgeschmückten Divan. Die Sklavinnen bedienten mich noch beiTisch, dann zogen sie sich zurück, und ich legte mich auf den Divan und schlief die ganzeNacht. Als ich am folgenden Morgen erwachte, sah ich ein wunderschönes Mädchen ineinem golddurchwirkten mit Perlen verzierten Kleide vor mir; ich sagte ihr: „Bist du,Tbcure, dieKönigin Turaja?" — „Wo denkst du hin, blödsinniger Mensch?" sagte sie;„ich bin die geringste ihrer Sklavinnen, die Dienerin dieses Gemachs, und harre deinerBefehle." — „Wann wird denn dieKönigin Turaja hierherkommen?" — „Ich glaube dubist von Sinnen, wenn du dir einbildest, dieKönigin Turaja werde dich hier besuchen.
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^ Nach drei Tagen wird sie dich rufen lassen und dich fragen, wer du bist und wie so duhierhergekommen, und dich dann nach deinem Range behandeln, hüte dich aber nur, ihretwas von deinen Umständen zu verbergen, denn sie erfährt durch ihre Geister doch Alles,und findet sie dich als eine» Lügner, so bist du verloren." Während mir nun dieSklavin noch Manches von ihrer Königin erzählte, erschienen auf einmal vierhundertMameluken in Atlaskleidern, mit goldenem Gürtel um den Hüften und gezogenemSchwert in der Hand, und ihr Anführer sagte mir: „Mein Herr, dieKönigin Turajaschickt uns hierher, um dich abzuholen." Die Sklavin sah ihn mit Erstaunen an, undsagte mir: „Wisse, daß du der erste Fremde bist, den die Königin vor dem dritten Tagenach seiner Ankunft in's Schloß rufen läßt, das ist eine gute Vorbedeutung; scy nur rechtehrerbietig und gehorsam gegen sie, sprich nicht zu laut vor ihr, und sey recht bescheiden."Ich verließ hierauf das Fremdenhotel, der Anführer der Mameluken hieß mich einMaulthier besteigen, dessen Geschirr ein Königreich werth war, und ritt mit mir nachdem Schlosse durch sieben Vorhöfe, welche von mehreren Tausend Genien bewacht waren.Als ich endlich in den Thronsaal gelangte, bewillkommte mich die Königin, und alleVisiere und Generäle, welche bei ihr waren, erhoben sich vor mir. Nachdem ich ihrenGruß erwidert, und noch einen Wunsch für die lange Dauer ihres Reichs und ihres Lebenshinzugcfügt hatte, sagte sie: „Ich weiß schon, wer du bist, und kenne deine Mutter rechtgut, darum habe ich dich auch heute schon sprechen wollen; erzähle mir nur zuerst, wie