Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
360
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ZßO Achthundert und cinuiiddrcißigste "Nacht.

Einige Stunde» später ließ der König seine Tochter kommen, um zu hören, was sievon Maruf entlocken konnte.Gott schwärze das Angesicht deines Viziers," sagte diePrinzessin.Als gestern Nacht mein Gatte bei mir war, trat mein Eunuche mit einemBrief herein und sagte: Zehn Mameluken, welche vor dem Schlosse stehen, haben ihngebracht. Ich öffnete den Brief, und siehe da, er war von den fünfhundert Mameluken, welchemeines Gatten Karavane begleiteten,' sie meldeten ihm, daß sie von Arabern angegriffenworden und in einem langen Kampfe zweihundert Lastthiere verloren haben, sie seycndarum so lange ausgeblieben, weil sie, um ihre Ladungen wieder zu erlangen, mehrereAngriffe auf die Räuber gemacht hätten. Mein Gatte rief dann: ,Gott verdamme meineMameluken! war es wohl der Mühe werth, wegen zweihundert Ladungen mich so langein Verlegenheit zu lassen? das macht ja höchstens siebentausend Dinare. Aber ich willmich sogleich aufmache» und ihnen entgegengehen, damit sie schnell kommend Hieraufverließ er mich, ohne im mindesten über den erlittenen Verlust betrübt zu sepn, undritt mit zehn Mameluken davon, welche schöner waren, als der Mond, und derenJeder ein Kleid anhatic, das wenigstens zweitausend Dinare werth war. Ich dankteGott, ihm noch keinen Zweifel über seine Reichthümer gezeigt zu haben, er würde sonstmich und dich verspotten." So ward der Vizier abermals zum Schweigen gebracht undvom König mit Vorwürfen überhäuft.

Maruf ritt indessen, von herbem Schmerze gefoltert, immer vorwärts, bisgegen Mittag. Da fand er in der Nähe eines kleinen Dorfes einen Bauern anseinem Pfluge; er grüßte ihn und bat ihn, ihm etwas zu essen zu verschaffen. DerBauer, welcher ihn für einen Mameluken des Königs hielt, lud ihn ein, abzusteigen

und sein Gast zu seyn.Du hast ja selbst nichts," sagte Maruf.Steige

nur ab," erwiderte der Bauer,ich eile in's Dorf und hole dir zu essen."Während nun der Bauer in's Dorf lief, dachte Maruf, ich will einstweilen weiterpflügen, damit der arme Mann keine Zeit verliere. Als er aber die Ochsen antricb,

stieß der Pflug auf etwas Hartes, und das Vieh konnte ihn nicht vom Platze bringen.

Da er sehen wollte, was den Pflug aufhalte, fand er einen goldenen Ring an einemarmorne Tafel befestigt. Er räumte die Erde weg, hob die Platte auf und entdeckteeine Treppe, die in ein unterirdisches Gemach, so groß wie ein Badesalon, führte, welchesganz mit Gold, Smaragd, Perlen, Rubinen und andern Edelsteinen gefüllt war. Er sahunter Andern: auf einem krystallcncn Koffer, welcher mit Perlen von der Größe einerNuß gefüllt war, ein kleines goldenes Kästchen, dessen feine Arbeit seine Aufmerksamkeitganz besonders an sich zog; er öffnete es und fand einen goldenen Siegelring darin mit