Achthundert und dreißigste Nacht.
Maruf setzte »och zwanzig Tage lang sein bisheriges Leben fort und verschenkte,was die Schatzkammer an Geld und Ehrenkleidern enthielt. Am einnndzwanzigsten Tage,als der König allein mit seinem Vizier war, trat der Schatzmeister zu ihm herein undmeldete ihm, daß die Schatzkammer bald erschöpft wäre. Der Lizicr benutzte dieseVeranlassung wieder, um Maruf als einen Abenteurer darzustellen, so daß der König,wegen des allzulangcn Ausbleibens der Karavane selbst argwöhnisch, zum Vizier sagte:„Wie fangen wir es an, um endlich einmal Gewißheit über den wahren Zustand Marufszu erhalten?" — „Das Veste ist," antwortete der Vizier, „du bittest deine Tochter, inMaruf zu dringen, daß er ihr die Wahrheit über seinen früher« Stand gestehe, dennselten kann ein Mann lange seiner Frau ein Geheimniß vorenthalten." — „Das sollgeschehen," versetzte der König, „und ist er ein Lügner, so soll er den schlimmsten Todsterben." Er ließ sogleich seine Tochter rufen, und der Vizier, den nur ein Vorhangvon ihr trennte, belcbrte sie, wie sie es anzufangcn habe, um hinter die Wahrheitzu kommen. Die Prinzessin, welche selbst der vielen Prahlereien und Versprechungenihres Gatten müde war, erbot sich, Alles aufzubieten, um ihm sein Geheimniß zuentreißen. Als er des Abends nach Hause kam, trat sie ihm mit vielen Liebkosungen
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^ entgegen und sagte ihm Worte süßer als Honig. „Geliebter," redete sic ihn an, „Freudemeiner Augen, Frucht meines Herzens, möge das Schicksal uns nie trennen, denn mein