Achthundert und strbcnnndznmilzigstc Macht.
wobne NUN schon zweihundert Jahre hier und bin von keinem Menschen beunrubigtworden; doch sage mir, was du begehrst, denn du flößest mir Mitleid ein." Maruserzählte ihm, wie er von seiner Frau stets gepeinigt werde und daß er nichts sebnlicherwünsche, als irgendwo hingebracht zu werden, wo sie ihn nicht verfolgen könne. DerGenius nahm ihn aus seinen Nucken und flog mit ihm die ganze Nacht durch. BeimAnbruche der Morgenröthe setzte er ihn auf den Gipfel eines Berges ab und sagte ihm:„Am Fuße dieses Berges findest du eine Stadt; gehe hinein, du bist darin sicher vorden Verfolgungen deiner Frau." Marus blieb, über seine Lage mit Erstaunen nach-denkend, auf dem Berge liegen, bis die Sonne aufging; dann stieg er den Berg hinab,„m in die Stadt zu gehen. Er fand sie außerordentlich schön, von hohen Mauernumgeben und mit zahlreichen Palästen geschmückt, so daß ibr Anblick jedes Herz erfreuenmußte. Er erregte aber so großes Aufsehen in der Stadt, daß viele Leute sich um ihnversammelten, um seine Kleidung, welche von der ibrigen ganz verschieden war, zubewundern. „Ihr sepd bier fremd," sagte ihm Einer von den Bewohnern der Stadt;„woher sepd Ihr?" — „Ich bin aus Kabira." — „Und wann habt Ibr eure Hauptstadtverlassen?" — „Gestern Abend." — „Ich glaube, Ihr sepv verrückt; wie, Ihr wollt gesternAbend noch in Kabira gewesen scpn, wäbrcnd mau von Kahira hierher ein ganzes Jahrzu reisen hat?" — „Ihr sepd verrückt, nicht ich, ich sage die Wahrheit; hier könnt ihr»och Vrvd sehen, das ich gestern in Kahira gekauft." Er zeigte ihnen hierauf dasBrod, das er in der Tasche hatte; alle Leute drängten sich heran, um es zu scheu, dennes glich dem ihrigen gar nicht. Viele glaubten nun, was Marus von seiner Reiseerzählte; Andere indessen hielten ihn für einen Lügner und verspotteten ihn. Während
»un die Leute so mit einander über Marus stritten, kam ein Kaufmann, von zweiSklaven begleitet, auf einem Maulesel hergcritten, trieb die Leute auseinander undmachte ihnen Vorwürfe, daß sie einen fremden Menschen so zum Gegenstände ihresSpottes machten. Er nahm dann Maruf mit nach Hause und ließ ihm sogleich schöneKleider reichen, in denen er wie der Oberste der Kaufleutc aussah; dann ließ er ihmdie köstlichsten Speisen und Getränke vorstellen. Erst als sie gegessen und getrunkenhatten, fragte der Kaufmann seinen Gast nach Namen, Stand und Heimath. AlsMaruf über Alles Auskunft gegeben hatte, fragte der Kaufmann: „Aus welchemQuartiere Kahira's sepd Ibr?" — „Sepd Ihr denn in Kahira bekannt?" — „Ich bindaselbst geboren!" — „Nun, ich bin aus dem rothcn Quartiere." — „Kennt Ihr de»Droguisten Ahmed?" — „Allerdings, er ist mein Nachbar; sein Haus steht dicht nebendem meinigen." — „Befindet er sich wohl?" — „O ja, es geht ihm recht gut." —