Z 08 Achthundert und stebenzehiitc Nacht.
batte, sagte er: „O König, ich babe eine Salbe verfertigt, die alle häßlichen Haareohne Schmer; ausrottct, darf ich dich damit einreiben?" Der König antwortete: „Bringsie her!" Als Abusir sie brachte nnd der König sic sehr übelriechend fand, zweifelteer nicht mehr daran, daß er vergiftet werden sollte; er rief daher seine» Mamelukenzu: „Ergreift diesen Mann und führt ihn in's Schloßgefängnkß." Die Mamelukenvollzogen des Königs Befehl, und Niemand wagte es, ihn nach der Ursache seinesZorns gegen Abusir zu fragen. Der König kleidete sich dann wieder an und gingin's Schloß, ließ Abusir vor sich komme», übergab ihn seinem Schiffer und sagtediesem: „Nimm einen großen Sack, lege zwei Centner ungelöschten Kalk hinein undstecke diesen Verbrecher dazu; erscheine dann in einem Nachen vor meinem Palast, undauf meinen Wink bindest du den Sack zu und wirfst ihn in's Wasser, damit dieserUebelthäter zugleich verbrenne und ertrinke." Der Schiffer entfernte sich mit Abusirnnd fuhr nach seinem Hänschen, welches auf einer kleinen Insel gerade dem Schlossegegenüber lag. Hier angelangt, sagte er zu Abusir: „Ich erinnere mich der Ehre,die du mir erwiesen, als ich vor einiger Zeit dein Bad besuchte, und möchte mich jetztgern erkenntlich zeigen. Aber sage mir zuerst, was du verbrochen hast, daß der Königeinen so abscheuliches Tod über dich verhängt?" — „Bei Gott, ich habe nichts verbrochen,"antwortete Abusir. „Nun," sagte der Schiffer, „du warst'reich und angesehen, gewißhat dich Jemand beneidet und beim König verleumdet; aber so Gott will, sollst dugerettet werden; ich habe die freundliche Aufnahme nicht vergessen, die ich bei dirgefunden, darum will ich dich hier verbergen, bis ein Schiff nach deiner Heimath segelt,statt deiner aber einen großen Stein zum Kalk in den Sack binden, um den König zutäuschen. Doch will ich dir hier ein Netz geben; du mußt während meiner Abwesenheitfischen, denn ich bin heute wegen dieses Vorfalls verhindert worden, und muß doch Fischefür die königliche Küche liefern."
Der Fischer fuhr hierauf mit einem Sack voll Kalk und einem großen Steine vordas königliche Schloß und fragte den König, der am Fenster saß, ob er ihn in's Wasserwerfen sollte; der König winkte ihm bejahend mit der Hand, ließ aber bei dieserBewegung seinen Siegelring falle», durch dessen Zauberkraft er mit einer einfachenHandbewegung jeden Feind tödten konnte. Er schwieg aber, denn nur wegen diesesRinges war er so gefürchtet, und hätte er gesagt, daß ihm sein Ring in's Wassergefallen, so wäre im Augenblick ein Aufstand gegen ihn ausgcbrochen.
Abusir fischte inzwischen mit vielem Glück; er hatte kaum sein Netz einige Maleausgeworfcn, als er schon einen ganzen Haufen voll Fische vor sich liegen hatte. Da