204 Achthundert und dreizehnte Nacht.
Eines Tages, als er wie gewöhnlich bei Abusir saß, kam ein Bote vom Khadiund versiegelte seine Werkstätte. Es hatte nämlich ein Mann, dessen Maaren Abukirverkauft hatte, sich an den Khadi gewendet und ihn gebeten, Alles, was in der Werk-stätte sich vorfände, verkaufen zu lassen; da sich aber nur ein paar alte Wasserkrügedarin fanden, so ließ er die Werkstätte verschließen. Als Abusir dies sah, sagte erzu Abukir: „Wie kommt's, daß du Alles verlierst, was die Leute dir zu färbe»bringen? Ist etwa deine Werkstätte ein Sammelplatz von Dieben?" — „Lieber Nachbar,"erwiderte Abukir: «ich will dir die Wahrheit sagen; mir ist niemals etwas gestohlenworden, sondern ich habe Alles verkauft, was mir die Leute zum Färben brachten, weilmein Handwerk so schlecht geht, daß ich vom Färberlohne allein nicht leben kann."Abusir fing hierauf auch an, über sein Geschäft zu klagen, und sagte: „Sieh, ich bindoch der beste Barbier in der Stadt, und doch kommen wenig Leute zu mir, weil icharm bin; darum ist mir auch mein Handwerk zuwider." Abukir versetzte: „Sowohldein Geschäft, als das meinige ist gut, nur ist uns der Aufenthalt in Alexandrien nichtgünstig; laß uns zusammen in die Welt reisen, wir können uns überall besser als hierernähren; gedenke der Worte des Dichters:
«Verlasse die Hcimath, wenn du nach Ruhm dürstest. Auch gewährt dirdas Reisen Zerstreuung, Rcichthümcr, Wissenschaft und Bildung; scheue nichtMühe und Sorge», Trennung und Gefahr: der Edle stirbt lieber, als daß erin Verachtung lebe zwischen Neid und Bosheit."
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