Achthundert und elfte Nacht. 2HH
zu schaffen, denn cs hat noch niemals Jemand darin übernachtet, den man nicht denandern Morgen todt gefunden hätte; wir öffnen nicht einmal die Thüre, sondern steigennur auf die Terrasse der benachbarten Häuser, da sehen wir die Reiche liegen undschaffen sie fort; darum läßt nun mein Herr dieses Haus leer stehen." — „ Oeffucnur die Thüre, daß ich es sehe; hier übernachte ich, und findet man mich todt, so habe
ich Ruhe vor meinem Elend." Der Diener öffnete das Haus, welches unvergleichlich
schöner als die übrigen war, und Ali sagte ihm: „Ich will kein anderes, als dieses."Der Diener ging zu seinem Herrn und sagte ihm, der Fremde wolle kein anderes Hans,als das große. Der Hausherr begab sich selbst zu Ali, um ihn von seinem Wunscheabzubringen. Als Ali aber darauf bestand und an alle Warnungen sich nicht kehrte,sagte der Hausherr: „Du mußt mir ein Zeugniß geben, daß, wenn dir ein Unglückim Hause begegnet, die Schuld nicht auf mich falle." Ali willigte ein, und der Hausherr
ließ u'nen Zeugen vom Gerichte holen und lüß sich von Ali ein Zeugniß geben, dann
überlieferte er ihm die Schlüssel des Hauses. Ali öffnete das Haus und der Hausherrschickte ihm ein Bett, das er auf eine Bank legte. Als er im Hofe einen Brunnen miteinem Eimer sah, füllte er ihn, wusch sich und betete und setzte sich eine Weile. Dakam der Diener mit einer Lampe, einem Wachslichte und Waschbecken nebst einemWasserknlge, und empfahl sich wieder. Ali zündete das Wachslicht an, aß zu Nachtund betete das N chlgebet. Er dachte dann: ich will lieber das Bett hinaufnehmcn,alS hier im Hofe schlafen. Er ging eine Treppe hinauf und kam in einen großenSaal, defs.n Decke vergoldet und dessen Boden und Wände von farbigem Marmorwaren. Er legte hier sein Bett zurecht und las ein wenig im Koran. Auf einmalrief Jemand: „Ali, Sohn Hasans, soll ich herunter kommen?" Er antwortete:„Komme nur!" In diesem Augenblicke strömte Gold von oben herunter, bis der ganzeSaal voll war. Als der Goldregen aufhörte, sagte dieselbe Stimme: „Schenke mirnun meine Freiheit, daß ich weiter ziehe, denn mein Dienst ist nun vollbracht." Alisagte: „Ich beschwöre dich bei dem erhabenen Gott, sage mir, was dies zu bedeutenhat?" Die Stimme antwortete: „Dieses Gold ist von frühester Zeit her dir bestimmt;so oft nun Jemand dieses Haus betrat, sagten wir: , Ali, sollen wir herunter kommen?^Der Fremde fürchtete sich aber und sagte: ,Komme nicht herunter.^ Da wir nun dichfragten und du uns herunterkommcn hießest, wußten wir, daß du der rechte Ali bist,dem das Gold gehört; auch ist noch ein anderer Schatz für dich in der Provinz Jemenaufbcwahrt. Nun schenke mir aber meine Freiheit, daß ich meines Weges gehe." Alischwur, er werde ihn nicht frei lassen, bis er ihm auch den Schatz von Jemen bringe.