Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
207
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Siebenhundert und ncunundachtzigste Uacht. ^07

vom Berge herunter und sah den Juden unten stehen, und hörte, wie er ihm zurief, ermochte ihm von den Steinen hcruuterwerfen, die auf dem Berge liegen, er wolle ihmdann den Weg angeben, auf welchem er wieder heruuterkommen könne. Djansch ahwarf dem Juden etwa zweihundert Steine vom Berge herunter zu; es waren nichtsals Rubine, Smaragde und andere kostbare Edelsteine. Als er aber daun dem Judensagte: -Zeige mir nun den Weg, der mich herunterfiihrcn soll, ich werfe dir daun nocheinmal so viele Steine zust gab ihm der Jude keine Antwort, sondern wickelte seineEdelsteine ein, lud sie auf den Maulesel, bestieg ihn selbst und ritt davon. Djanschabblieb nun allein auf dem Berge sitzen, und weinte und schrie um Hülfe drei Tage lang.Am vierte» Tage machte er sich auf und ging zwei Monate lang auf dem Berge umher,von rohen Pflanzen sich nährend. Endlich kam er an den Abhang des Berges; da saher ein Thal vor sich mit vielen Bäumen und Bächen. Er kam bald an einen Pfad,neben welchem sich ein Bach ln's Thal ergoß, und stieg da hinunter. Nachdem er eineWeile im Thale umherging und nach allen Seiten sich umsah, erblickte er ein sehr hohesSchloß; er ging darauf zu und sah vor dem Thore einen alten Mann mit ehrwürdigem,j strahlendem Gesichte, der in der rechten Hand ein Beil von Rubin hielt. Djan sch ah^ näherte sich ihm und grüßte ihn; der Alte erwiderte seinen Gruß, bcwillkommte ihn undhieß ihn sitzen. Als Djan sch ah sich vor das Thor des Schlosses neben den Altensetzte, fragte ihn dieser: -Wie kommst du in dieses Land, das vor dir noch kein SohnAdams betreten, und wo willst du hin?' Djanschah erinnerte sich an alleMühseligkeiten und Leiden, die ihm auf der Reise widerfahren, und weinte so heftig,daß er nicht antworten konnte. Da sagte ihm der Alte: -Laß das Weinen, meinSehnst und holte ihm etwas zu essen. Djanschah, bis er satt war, und danktej Gott. Als er gegessen hatte, bat ihn der Alte wieder, ihm zu erzählen, wie er hierhergekommen, und Djan sch ah erzählte ihm alle Abenteuer seiner Reise bis zu seinemZusammentreffen mit ihm; dann bat er den Alten, welcher ihm mit vieler Aufmerksamkeitund Theilnahme zugehört hatte, ihm zu sagen, wem dieses Thal und dieses Schloßgehöre und wie er heiße.

Der Alte antwortete: -Wisse, mein Sohn, dieses Thal mit Allem, was du darinstehst, so wie auch dieses Schloß, gehört unserm Herr» Salomo, dem SohneDavids (Friede sey mit ihm!); mein Name aber ist Scheich Nasr und ich bi» Königder Vögel. Unser Herr Salomo hat mir dieses Schloß anvertraut, und mich dieSprache der Vögel gelehrt und zum Herrscher über alle Vögel von der ganzen Welternannt; sie müssen sich jedes Jahr in diesem Schlosse versammeln, und ich halte