IHß Siebenhundert und siinfundstebenzigste Nacht.
alle von ihren Stühlen, fielen vor ibr nieder und grüßten sie. Erst auf einenWink dieser Schlange setzten sie sich wieder. Sie sagte hierauf zu Hascb: „Fürchtedich nicht vor uns, ich bin die Königin der Schlangen und ihre Sultanin!"Diese Worte beruhigten Hascb s Herz um so eher, als sie einigen Schlangen befahl,etwas zu essen zu bringen, und sie sogleich mit Achseln, Trauben, Granatäpfeln,Pistazien, Haselnüsse», Mandeln, Nüssen und Bananen herbeikamen und sie Hasebverstellten. Die Königin hieß ihn »och einmal willkommen, fragte ihn nach seinemNamen und bat ihn, von diesen Früchten ohne Furcht zu essen. „Gekochte Speisen,"sagte sie, „haben wir nicht." Haseb aß von den Früchte», bis er satt war, unddankte dem erhabenen Gott dafür. Als er vollends gegessen hatte, wurden die Speisenweggctrage», und die Königin fragte ihn: woher er komme und wie er diesen Orterreichen konnte. Haseb erzählte ihr, was seinem Vater mit dem Engel Gabrielbegegnet, wie er erst »ach seines Vaters Tod geboren worden und in der Schule nichtslernen wollte, wie er dann Holzhauer wurde und die Grube entdeckte, in der ihn seineGefährten zurückgclassen, und wie er endlich durch einen Skorpion auf einen Ausgangaufmerksam gemacht worden. „Das ist," schloß er, „Alles, was ich über die Art undWeise, wie ich hierher gelangt, zu erzählen weiß."
Als Haseb seine Erzählung vollendet hatte, sagte ihm die Schlange: „Sey nurruhig: es wird dir nur Gutes begegnen; bleibe nur einige Zeit bei mir, Haseb, ichwill dir auch meine Geschichte erzählen, du wirst darüber erstaunen." Haseb sagte:„Ich gehorche recht gern deinem Befehle." Darauf begann die Königin: „Wisse, oHascb, es war in Egppten ein Mann von den Söhnen Israels, welcher einen Sohnhatte, der Vulukia hieß. Der Mann that nichts Anderes, als Gott aubeten und dieheilige Schrift lesen; als er erkrankte und dem Tode nahe war, kamen die Vornehmstendes Landes zu ihm und grüßten ihn; er sagte ihnen: ,Wisset, ihr Männer, meineAbschiedsstunde ist nahe; ich verlasse diese Welt, um in eine andere zu wandern; ichhabe euch nichts zu empfehlen, als meinen Sohn Bulukia, dessen ihr euch annehmenmögct/ Hierauf rief er: ,Jch bekenne, daß eS keinen Gott gibt außer dem einzigenGott!' athmcte zum letzten Male und schied aus der Welt. (Gott erbarme sich seiner!)Man bereitete ihm sein Todtengewand zu, wusch und beerdigte ihn und ernannte seinenSohn Bulukia zum Sultan. Dieser war so gerecht gegen seine Unterthanen, daß diehöchste Nuhe und Zufriedenheit in seinem Lande herrschte. Eines Tages aber öffnete erdie Schatzkammer» seines Vaters, um zu sehen, was sie enthalten; da fand er in einerder Kammern eine verborgene Thüre; er öffnete sie und kam in ein kleines Kabinet,