Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
153
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Siebenhundert und vierundsiebcnzigfte Tlachl.

Gefährten. Die Holzhauer eilten zu ihm und halfen ihm die Platte aufheben; als sieweg war und sie eine Grube ganz mit Honig gefüllt sahen, sagte» sie zu einander:Diese Grube ist von Honig gefüllt; es bleibt nns nichts übrig, als in die Stadt zugehen, um Gefäße zu holen, in welchen wir ihn in die Stadt tragen, um ihn dort zuverkaufen; das Geld theilen wir dann. Doch muß Einer von uns hier bleiben, umdie Grube zu bewachen." Haseb sagte:Ich will als Wache hier bleiben, geht ihr indie Stadt und kommt bald wieder mit Gefäßen." Alle gingen fort bis auf Hasebund kehrten bald wieder mit großen Töpfen zurück; sie füllten sie mit Honig, führten

sie in die Stadt, verkauften sie und kehrten wieder zur Grube mit leeren Gefäßen. So

machten sie viele Reisen hin und her und verkauften immer den Honig in der Stadt,während Haseb immer in der Höhle blieb, um die Grube zu bewachen, bis einesTages einer der Holzhauer zu den Uebrigen sagte:Wisset, da Haseb die Grubeentdeckt hat, so könnte er morgen, wenn er in die Stadt kommt, uns anklagen undalles Geld in Anspruch nehmen, das wir für den Honig gelöst; das Beste ist daher:wir lassen ihn nun noch einmal in die Grube steigen, um den übrigen Honig heraus-zugeben, dann lassen wir ihn unten vor Hunger sterben; es wird nie ein Mensch etwasmehr von ihm erfahren." Sämmtliche Holzhauer stimmten mit diesem Vorschlag überein;sie gingen wieder zur Höhle und sagten zu Haseb:Steige in die Grube hinab, um

uns den übrigen Honig zu holen." Haseb stieg hinunter; als er aber die Gefäße

gefüllt hatte und den Holzhauern sagte:Zieht mich wieder hinauf, es ist kein Honigmehr da," erhielt er keine Antwort, denn sie waren Alle in die Stadt zurückgekchrtund hatten ihn in der Grube gelassen. Haseb rief vergebens nach Hülfe und sagteweinend:Es gibt keinen Schutz und keine Macht, als bei Gott dem Erhabenen! Nunbin ich lebendig begraben." Die Holzhauer verkauften wie immer ihren Honig in derStadt; dann gingen sie zu Hasebs Mutter und sagten ihr:Mögest du leben stattdeines Sohnes Haseb!" Sie fragte:Was ist denn diesem geschehen?" Da

antworteten die Holzhauer:Als wir im Gebirge waren, sing es an, stürmisch zu

regnen, und wir flüchteten uns in eine Höhle; da entfloh die Eselin deines Sohnesin's Thal, und als dein Sohn ihr nachlief, um sie zurückzubringcn, kam ein großerWolf, tödtete deinen Sohn und fraß den Esel." Als Hasebs Mutter dies hörte,

schlug sie sich in's Gesicht, streute Erde aus ihr Haupt und trauerte um ihre» Sohn;

die Holzhauer aber wurden angesehene Kaufleute, sie aßen und tranken, schickten auchHasebs Mutter zu essen und führten das vergnügteste Leben. Haseb blieb langein der Grube, bis endlich ein großer Skorpion auf ihn von oben herunter fiel; er

Tausend und eine Nach». IV.

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