Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
129
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Siebenhundert und stebenundscchzijiste Nacht.

uns zu Nacht und übernachte bei uns." Gegen Abend kan, ein Diener und holte dieArbeit, verkaufte sie und kaufte Bohnen dafür, welche unser Nachtessen wurden. GegenMitternacht hörte ich dann, wie der König und die Königin aufstanden und beteten.Gegen Morgen sah endlich die Königin, wie sich eine Wolke am Himmel bildete, und siesagte mir:Freue dich, unser Gebet ist erhört worden." Ich nahm Abschied vonihnen und ging, von meiner Wolke begleitet, fort, und was ich nachher in ihremNamen von Gott begehrte, wurde mir gewährt.

Die bekehrte Christin.

Man erzählt: Der Fürst der Gläubigen, Omar, der Sohn Chattabs, rüsteteeinst eine Armee aus und schickte sie nach Syrien, um eine der dortigen christlichenFestungen zu belagern. Unter der muselmännischen Armee waren zwei Brüder, so kühnund so tapfer, daß der Emir der Christen oft zu den Seinigen sagte:Wenn wir einmaldiese zwei Muselmänner getödtet und aus dem Wege geschafft haben, so fürchte ich dieklebrigen nicht mehr." Endlich gelang es den Christen nach vielen Anstrengungen undallerlei List und Hinterhalt, den Einen der Brüder zu tödteu und den Andern gefangenzu nehmen. Als man ihn in Ketten vor den Befehlshaber der Festung brachte, sagteer, nachdem er ihn eine Weile betrachtet hatte:Es wäre Schade, einen solchen Mannzu tödten, und doch wäre es schlimm für uns, wenn er wieder zu den Muselmännernzurückkchrte; das Erwünschteste wäre wohl, wenn er sich zum Christenthum bekehrte, wirhätten dann eine starke Stütze an ihm." Da sagte Einer der Feldherren:Wenndieser Manu bekehrt werden soll, so kann es am besten durch ein Weib geschehen, denndie Muselmänner sind gar leidenschaftlich. Ich bin gewiß, daß, wenn er meine schöneTochter sieht, er bald in sie verliebt seyn wird." Der Emir sagte:So nimm ihn mitdir!" Der Feldherr nahm den Muselmann mit in sein Haus, bat seine Tochter, ihreschönsten Kleider anzuziehen, um ihre natürlichen Reize noch zu erhöhen, und als dasEssen aufgetragen wurde, mußte sie wie eine Dienerin vor dem Muselmanne stehen undauf seine Befehle warten. Als der Muselmann sich in einer solchen Versuchung sah,nahm er seine Zuflucht zu Gott, drückte seine Augen fest zu und betete und las denKoran mit einer sehr lieblichen Stimme, die bald einen sehr tiefen Eindruck auf diejunge Christin machte. Nach sieben Tagen war ihre Liebe so groß, daß sie gerneMuselmännin geworden wäre, um dadurch seine Neigung zu gewinnen. Sie bat ihn,

Tausend und ein» Nacht IV.

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