Sicbentiundcrt nnd sechzigste Ulachl. ^05
Nuschirwan erforscht den Zustand seines Landes.
Man erzählt auch: Der gerechte König Nuschirwan stellte sich einst krank undsagte seinen Freunden und Vertrauten: die Aerzte hätten ibm zu einer Arznei alteZiegelsteine aus einem verwüsteten Dorfe verordnet. Es wurden Boten »ach allenTheilcn des Königreichs geschickt, aber sie kamen zurück und sagten: „Wir haben nirgendsein verwüstetes Dorf gefunden." Da freute sich Nuschirwan, dankte Gott und sagte:„Ich wollte nur sehen, ob es in meinen Ländern noch einen in Trümmern liegenden Ortgäbe, damit ich ihn aufbaucn lasse; da ich nun höre, daß es keinen solchen gibt, so bi»ich überzeugt, daß der Wohlstand und die Kultur in meinem Lande den höchsten Gradder Vollkommenheit erreicht hat."
So, sagte Schchersad, waren die alten Könige stets bemüht um die Kultur ihresLandes, denn sie wußten, wie wahr die Weisen gesagt: Der Glaube muß von derNegierung unterstützt werden, die Regierung durch Truppen, die Truppen durch Geldund das Geld durch die Kultur des Landes, und diese wird durch die Gerechtigkeitgegen die Nntertbancn gefördert, denn durch Gewaltthat und Tyrannei zwingt ein Königseine Nntcrtbanen, auszuwandern; die Bevölkerung seines Landes nimmt ab, dieSchatzkammern werden leer und die Zurückblcibcnden verwünschen ihren Tyrannen solange, bis sei» Untergang sie befreit.
In der nächsten Nacht erzählte sie folgende Geschichte:
Tausrnd unb c>„- Nach! IV.
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