Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
93
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Siebenhundert und IiebcnnndfünfziMe Nacht. gZ

mit fünf seiner Klosterbrüder. Nachdem ich mich überzeugt hatte, daß er es war, gingich auf ihn zu und fragte ihn:Bist du nicht der Prior, Diener des Messias?" Erantwortete:Nein, ich heiße jetzt Diener Gottes, der Einsiedler." Da küßte ich seinenBart und weinte. Dann ergriff ich seine Hand und bat ihn, mir zu sagen, warum erMuselmann geworden. Er antwortete:Die Ursache meiner Bekehrung ist wunderbar.Einst reisten nämlich einige fromme Muselmänner durch den Flecken, neben welchemunser Kloster liegt, und schickten einen Jüngling, der bei ihnen war, aus, um Speiseneinznkaufen. Da sah der Jüngling eine junge Christin auf dem Markte, welche Brodverkaufte, und fand sie so schön, daß er sich in sie verliebte und vor heftiger Leidenschaftohnmächtig dahinsank. Als er wieder zur Besinnung kam, ging er zu seinen Reise-gefährten und erzählte ihnen, was ihm begegnet, und sagte:Reiset ihr nur weiter, ichwerde nicht mit euch gehen?- Sie wiesen ihn zurecht und predigten ihm, aber er hörtesie nicht an und ließ sie fortreisen. Er kehrte dann in den Flecken zurück, setzte sich vordie Tbüre des Ladens jener Christin, und als sie ihn fragte: was er wolle, gestand erihr seine Liebe. Sie wendete sich von ihm weg, er aber blieb drei Tage vor der Thürsitzen, ohne etwas zu essen, noch zu trinken, und sah immer der Christin in's Gesicht.Als sie sah, daß sie den Fremden nicht los werden konnte, ging sie zu ihren Leutenund erzählte es ihnen. Diese hetzten die Jungen des Fleckens gegen ihn; sie warfenmit Steinen nach ihm, die ihm fast die Rippen zerschlugen, aber dennoch wich der