Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
69
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Siebenhundert und fünfzigste Nacht. tzg

hat nun aber meine Mutter meiner gedacht und mich bemitleidet; darum hat mir Gottmeinen Verstand wiedcrgegebcn und mir wieder die Gestalt eines Menschen verliehen."Da sagte der Eseltreiber:Es gibt keinen Schutz und keine Macht, außer bei Gott,dem Erhabenen; ich beschwöre dich bei Gott, erlasse mir meine Schuld!" Der Diebließ den Eseltreiber stehen und ging seines Weges, und der Bestohlene ging tiefbetrübtnach Hause. Da fragte ihn seine Frau:Was ist dir zugestoßen und wo ist dein Esel?"Er antwortete:Weißt du es noch nicht?" und erzählte ihr die Geschichte. -Wehe unsvor Gott," rief die Frau aus:so haben wir die ganze Zeit einen Menschen für einenEsel arbeiten lassen." Sie flehte dann Gott um Gnade an und thcilte Almosen aus.Nachdem aber der Eseltreiber einige Zeit müßig zu Hause saß, sagte ihm seine Frau:Wie lange willst du noch so zu Hause sitzen? Geh auf den Markt, kaufe einen andernEsel, mit dem du etwas erwerben kannst." Er ging auf den Markt und blieb beil einem Esel stehen, um ihn zu kaufen; auf einmal erkannte er ihn als seinen frühernEsel. Da sagte er ihm iu's Ohr:Wehe dir, du Verruchter, warst du schon wiederbetrunken und hast deine Mutter geschlagen? Bei Gott, ich kaufe dich nicht mehr."Er ließ den Esel dann stehen und ging fort.

Hakem und der reiche Kaufmann.

Ferner wird erzählt: Der Chalif Ha kein Biamr Jllah ritt einst mit großemGefolge aus und bat einen Mann, der, von vielen Dienern und Sklaven umgeben, vorseinem Garten saß, er möchte ihm doch zu trinken geben. Der Mann reichte ihm zutrinken und sagte:O Fürst der Gläubigen, wolltest du mir nicht die Ehre erweisen,ein wenig bei mir einzukehren?" Ha kein stieg ab und ging mit seinem Gefolge in denGarten. Da ließ der Mann hundert Matten, hundert Teppiche, hundert Kissen, hundertSchüsseln mit Früchten, süßen Speisen und Zuckerwerk hcrbeibringen. Als der Fürstder Gläubigen dies sah, sagte er:Ich bin höchst erstaunt; wußtest du denn, daß ichkommen würde, daß du so viele Vorbereitungen veranstaltet?" Er antwortete:Nein,bei Gott, Fürst der Gläubigen, ich bin ein Kaufmann von deinen Unterthanen, undhabe hundert Frauen; sobald der Fürst der Gläubigen mir die Ehre erwies, bei mirabzusteigen, ließ ich von jeder etwas von ihrem Divan und von ihren Speisen undGetränken holen." Da verbeugte sich der Fürst der Gläubigen dankend vor ihm undsagte:Gepriesen scy Gott, der meinen Unterthanen einen solchen Wohlstand schenkt!"