Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
66
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ßß Siebenhundert und neunundvierzigste Nacht.

Offiziere aus dem Palaste des Chalifen Ha kein und Hakem selbst an ihrer Spitze.Er fragte mich:Hast du den Affen und die Frau getödtet?" Als ich diese Fragebejahte, sagte er:Nimm den Korb vom Kopfe, sey guten Muthes, was darin ist,gehört dir, Niemand kann dich dessen berauben." Ich legte den Korb vor ihm nieder,er deckte ihn auf, und als er sah, was darin war, fuhr er fort:Erzähle mir, wie dues gemacht." Als ich ihm Alles erzählt hatte, sagte er:Du hast die Wahrheitgesprochen; nun, Wardan, komme mit mir und überliefere mir den übrigen Schatz."Ich ging mit ihm und fand die Fallthiire geschlossen. Aber Hakem sagte mir:DieserSchatz kann auf deinen Namen geöffnet werden." Da näherte ich mich der Fallthür,rief den Namen Gottes an, und, siehe da! die Thüre öffnete sich von selbst. Dannsagte Hakem:Steige jetzt hinunter und hole heraus, was darin ist, denn dies kann> nur durch dich geschehen; dieser Schatz ist für dich hier niedergelegt worden, ich habe esso in meinen Büchern geschrieben gefunden und den Augenblick erwartet, bis eS eintraf."Ich stieg hinunter und holte den Schatz herauf; Hakem ließ Lastthiere kommen, um ihnin sein Schloß zu bringen; mir aber ließ er den Korb mit Allem, was darin war, undich ging damit auf den Bazar, der später unter dem Namen Wardans-Bazarbekannt wurde. Das ist ein sonderbares und höchst merkwürdiges Ereigniß.

Das Liebespaar in der Schule.

Man erzählt auch: Ein Jüngling war mit einer jungen Sklavin in der Schule

und liebte sie so leidenschaftlich, daß er sich alle Mühe gab, sich ihr zu nähern. EinesTages, als der Lehrer kein Auge auf seine Schüler hatte, schrieb er auf die Tafel derSklavin folgende Verse:

Was sagst du zu Dem, den die Liebe so ausgetrocknct, wie ein dünnesRohr? dessen Schmerz so heftig ist, daß er seine Liebe nicht länger mehr inseinem Herzen verbergen kann?"

Als die Sklavin ihre Tafel wiedernahm und des Jünglings Verse darauf fand,weinte sie vor Mitleid über ihn und schrieb folgende Antwort:

Sehen wir einen Jüngling, in dem die Liebesflamme glüht, so find wirihm von Herzen gut und sagen ihm, daß seine Liebe erwidert wird und vieleFreuden bringen kann."