Siebenhundert und siebenundvierzigste Nacht.
zu haben, so hätte er mich schwören lassen, und es wäre um meine Ehre geschehengewesen; endlich sagte ich ihm: „Mein Haus ist nicht dazu eingerichtet, Geld zuverwahren, ich habe daher dein Geld einem Freunde gebracht, bei dem es besserverschlossen werden kann; komme also morgen wieder, ich will es inzwischen von ihmholen lassen." Der Pilger ging fort, und ich war in der größten Verzweiflung undkonnte die ganze Nacht vor Angst wegen der Wiederkehr des Pilgers kein Auge schließen.Da ich keine Ruhe zu Hause fand, hieß ich mitten in der Nacht meinen Diener denMaulesel satteln. Er sagte mir: ich könne noch nicht ausreiten, der Morgen scy nochfern. Ich ging wieder zu Bette, konnte aber nicht schlafen und weckte dreimal denDiener, der mir immer sagte: cs sey noch zu früh, bis endlich der Morgensternleuchtete; da ritt ich aus, ohne zu wissen, wohin, und ließ dem Maulesel den Zaumfrei, so daß er hingehen konnte, wo er wollte. Er trug mich in den östlichen Thcilder Stadt Bagdad; ich begegnete einigen Leuten, wollte ihnen ausweichen und einenandern Weg einschlagen, aber sie folgten mir und fragten mich: ob ich wisse, wo AbuHasan wohne. Ich sagte: „Ich bin Abu Hasan." Als sie dies hörten, sagten sie:„Komme zum Fürsten der Gläubigen." Ich ging mit ihnen zum Chalifen Mamun,und dieser, als er hörte, ich scy Abu Hasan, bat mich, ihm zu erzählen, was mirwiderfahren. Ich erzählte ihm die ganze Geschichte mit dem Manne aus Chorasan.Da fing er laut zu weinen an und sagte: „Wehe dir! der Gesandte Gottes (Friede seymit ihm!) hat mich die ganze Nacht wegen deiner nicht schlafen lassen. Sobald ichAnfangs der Nacht einschlafen wollte, rief er mir zu: „Hilf Abu Hasans Da erwachteich und wußte nicht, was ich thun sollte, weil ich dich nicht kannte. Ich schlief wiederein, und er rief wieder: „Wehe dir! hilf Abu Hasan!" Ich konnte nun nicht mehrschlafen, weckte meine Leute und schickte sie nach allen Seiten umher, um dich zu holen."
Der Chalif, so fährt Abu Hasan fort, gab mir dann zehntausend Drachmen undsagte: „Diese sind für den Mann aus Chorasan." Dann gab er mir noch anderezehntausend Drachmen und sagte: „Die sind für dich, suche damit dich wieder inWohlstand zu versetzen." Dann gab er mir noch dreißigtausend Drachmen mit denWorten: „Statte dich damit aus und erscheine bei der ersten öffentlichen Versammlung,daß ich dir ein Amt verleihe." Ich ging mit dem Gelde nach Hause, und kaum hatteich das Morgengebet verrichtet, als der Mann aus Chorasan kam; da holte ich einenBeutel von zehntausend Drachmen herbei und sagte ihm: „Hier ist dein Geld." Erversetzte: „Das ist nicht das Geld, das ich dir anfzubewahren gegeben." Ich sagte:„Du hast Recht," und erzählte ihm, wie es mir gegangen. Da sagte er weinend: „Bei