Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
42
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Siebe»!,,Iii-ert nnd zmeinndvierügste Äacht.

wilde Thiere; ferner eine Stute und zwei junge Hengste, zwei lange Lanzen nnd zweiHase», eine alte Frau nnd zwei Freudenmädchen, zwei Obersten nnd zwei Gaukler, undeinen Blinden und einen Lahme», einen Pfaffen und zwei Kirchendiener, und einenPatriarchen, einen Khadi und zwei Zeugen, welche bezeugen, das? der Sack mir gehört."Nun war ich außer mir.vor Zorn und Acrger, ich ging auf den Khadi zu und sagte:Gott stärke unfern Herrn, de» Khadi! In meinem Sacke ist ein Zeughaus mit allerleiWaffen und Kriegsmaterialien gefüllt, Weinberge, Gärten mit Feigen- und Aepfclbäumen,allerlei Weingefäße mit Dienern und Freunden und Gesellschaftern, Musiker mit allerleiInstrumenten und Sänger und Sängerinnen, Kinder mit ihren Ammen, zwei abpssinischcSklavinnen, drei Indianerinnen, vier Mcdinenscrinnen, fünf Griechinnen, sechs Türkinnen,sieben Perserinnen, acht Kurdinnen und neun Egpptierinnc»; im Sacke war der Euphratund der Tigris mit Fischen und Fischernetzcn und Feuerzeug, tausend Pferde, mehrereBadehänscr, viele Städte und Länder mit allen ihren Beamten und Handwerkern, Kufaund Anbar, zwanzig Kisten voll Weißzeug und Kleider, und einige Magazine mitallerlei Mundvorrath gefüllt, Gaza, Askalon, die ganze Strecke von Damict bis Assuan,der Palast deS Kosroes, VaterS des Nuschirwan, das ganze Reich SalomonS,Chorasan, Balch und Jspahan, alle Länder, die zwischen Indien und Nubien liegen."Der Khadi, ganz betäubt von dem Aufzählen aller dieser Gegenstände, sagte:Ihr scydgewiß zwei abtrünnige Ketzer, die mit einem frommen Khadi ihren Spaß haben wollen;hat man jemals gehört, daß ein Reisesack Alles das enthalte, was ihr beschrieben?Das ist ein bodenloses Meer!" Der Khadi ließ dann den Sack öffnen; man fanddarin ein wenig Drod, eine Citrone, ein wenig Käse und ein paar Oliven; ich warfden Sack dem Kurden zu und ging fori.

Den Chalifen ergötzte diese Geschichte so sehr, daß er vor Lachen auf den Rückenfiel und den Perser Ali reichlich beschenkte. Gott ist allwissend!

Der freigebige Hund.

Einst ward ei» armer Mann so sebr von seinen Gläubigern gedrängt, daß er seineFamilie und seine Heimath verlassen und in fremden Ländern bettelnd umherziehcn mußte.Hungrig und müde, im zerknirschtesten Seelenzustande, erreichte er eine große, prachtvolleStadt von hohen Mauern umgeben. Auf einem großen Platze sah er einige vornehmeLeute in ein Haus gehen, das einem königlichen Palaste glich, und folgte ihnen in einen