Siebenhundert und sünfunddreißigste Nacht.
Einwohner vor dem Untergange warnt, so lasse ihn zu dir rufen und sage ihm: Duverdienst den Tod, weil du mich bei meinen Unierthanen anklagst, doch Gott verzeiht dir;auch habe ich jetzt zu wenig Zeit, mich mit dir zu beschäftigen. Du fragst ihn dann,ob er sonst noch einen Auftrag habe, und antwortet er: nein, so sage ihm: Dein Königmuß ein recht blödsinniger Mann seyn, der keine Folgen bedenkt und Niemanden umNath fragt, sonst würde er nicht durch eine solche Forderung sich in so große Gefahrbegeben; doch freue ich mich über seine Thorheit, denn ich habe dadurch einen gerechtenVorwand, sein Land zu erobern, ohne von irgend Jemanden dcßhalb getadelt zu werden.Ich halte cs nicht einmal der Mühe werth, ihm zu antworten, ein Schulknabe mag diesthun; du schickst dann nach mir, und ich werde die Antwort schreiben." Der Königschenkte dem Jungen seinen Beifall, gab ihm ein kostbares Ehrenkleid und entließ ihn;gegen den Boten benahm er sich aber ganz, wie ihm der Junge gerathen, und zuletztließ er Letztern wieder rufen, gab ihm des Königs Brief und sagte ihm: „Beantwortedieses Schreiben." Der Junge las den Brief und sagte lächelnd: „O König! wenndu die Beantwortung dieses Briefs für wichtig hältst, so will ich deinem Befehlegehorchen, aber ein weit jüngerer Knabe könnte es auch thun." Da sagte der König:„Schreibe schnell, denn der Bote eilt, er ist schon einen Tag zu lang aufgehalten worden."
Schehersad bemerkte den Tag und schwieg; in der nächsten Nacht erzählte siefolgendermaßen weiter: