Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
16
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Siebenhundert und fiinfu»ddrechichle Nncht.

doch woher weißt du, was der König von Indien unserm König geschrieben?"Ichweiß es," sagte der Junge,durch meine Zauberkunst, die ich von meinem Vater gelernt."Da fragte der König:Gibt dir diese wohl ein Mittel an, durch welches der Königaus seiner Noth gerettet werden könnte?"Wohl weiß ich ein Mittel," antworteteder Junge;doch ich werde es nur dem König selbst offenbaren, wenn er mich rufenläßt und um Rath fragt." Da fragte der König:Woher kennt er dich, daß er nachdir schicken soll?" Der Junge erwiderte:Wenn er nach den Gelehrten und Weisenschickt, so findet er auch mich unter dieser Zahl, thut er dies aber nicht und fährt fort,bei seinen Weibern sich zu zerstreuen, so werde ich nicht zu ihm gehen, um auch, wieseine Viziere, umgebracht und dazu noch von allen Leuten für blödsinnig gehalten zuwerden; dann würde sich das Sprichwort bestätigen: Wer mehr Kenntnisse hat, alsVerstand, der geht durch seine Kenntnisse wegen seiner Thorheit zu Grunde." DerKönig, erstaunt über die Worte dieses Jungen, fragte ihn nach seiner Wohnung, undder Junge antwortete:Ich wohne in dieser Straße, und, hier ist die Mauer meinesHauses." Der König merkte sich sein Haus, grüßte die Jungen, kehrte freudig in seinSchloß zurück, legte die Trauerkleider ab und zog wieder sein königliches Gewand an, und trank und dankte Gott, bekannte sein Verbrechen, bat um Vergebung und beschloß,Buße zu thun und fromme Werke zu vollbringen. Sodann ließ er einen seiner Dienerrufen und beschrieb ihm das Haus des Jungen, den er an der Mauer gesehen, so wieden Jungen selbst, und die Straße, in welcher er wohnte, und sagte ihm:Geh zu diesemJungen und sage ihm in einem milden, einnehmenden Tone: der König läßt dich zu sichbitten, um dich über etwas zu befragen, das dir viel Glück bringen wird." Der Botetraf den Jungen noch an derselben Stelle der Mauer, wo ihn der König verlassen, undtheilte ihm den Wunsch des Königs mit:Ich bin bereit, zu gehorchen," sagte derJunge, folgte sogleich dem Bolen, verbeugte sich mit Anstand vor dem König, grüßteihn und wünschte ihm Glück. Der König hieß ihn sitzen und fragte ihn:Weißt duwohl, wer heute an deinem Hause vorüber ging und mit dir sprach?" Der Junge fingan nachzudenken und auszurechnen, und sagte nach einer Weile:Du warst es, erhabenerKönig!"Du hast die Wahrheit gesagt, geliebter Junge," versetzte der König, ihnküssend und zu sich auf seinen Thron hebend.

Der König ließ dann Speisen und Getränke bringen, und nachdem sie gegessenhatten, sagte er:Du sprachst heute von einem Mittel, den Drohungen des Königsvon Indien zu entgehen; nun, worin besteht dieses?"In einem tapfern Herzen,"sagte der Junge:schicke nur nach deinen Frauen, die dir gerathen haben, meinen Vater