Druckschrift 
3 (1841)
Entstehung
Seite
809
Einzelbild herunterladen
 

&fd)9l)UHiirrt uitb lirbciiuuöinijt^ty|ic tladjt. gQg

ÜJfutter ßanb ihr ju Raupten unb weinte um ße, unb fügte mir: ,,2)u biß ein fcböner

23ctter, beine Soufine ift fef)v unwohl, unb bu oerläßt ße." 2>?eine Soufine richtete

ftbann auf unb fragte mid;, wad meine ©eliebfc gcfagt? 2lld ich ißr bcn SBerd

meiner ©eliebten mttgetbeilt, fagte fte:3<h befcßwöre bt'd) bei ©ott, wenn bu wicbcr

ju if»r fbntmß, fo rccitire ißr fofgenbcn 33erd:

2Bte fott er eine Siebe bcntctßern, bie ibn tobtet, bic ihm jeben Sag bad£erj fpaltct?"

3<h oerfprad; ed ibr, unb piett auch 2Öor», aTö ich am folgcnben 2Ibenbe wieber,wie früher, mit meiner ©eliebten bereinigt war. Schere weinte über ben 33erd unbrecitirte folgenben:

2Bet nicht Äraft genug bat, feine Siebe ju »cvbcvgen, für ben gibt cd feinanbered Mittel, ald ber Sob."

2lld id) nach .ß>aufe farn, fanb ich meine Soufine fdflafenb, unb meine fTfutter ßanbneben ißr. 2lber fte batte fauin meine ©timme oernommen, ald fte bie Slttgen öffneteunb fagte:£) mein £b eum, b n ß 1)11 uteinen 23erd rccitirt?" 3$ fagte:3a," unbwieberpofte ihr ben meiner ©eliebten- ©ie fiel in Dfwmacbt, unb ald fte wieber ju ßdjfam, recitirte fte folgcnben 25erd:

2Bir haben oernontmen, wir gehorchen unb Serben gern; bring nun meinen©ruh berfenigen, welche meine Siebe nicht erwibert."

2lld tdj meiner ©eliebten am folgenben Sage biefett SSerd fagte, fdjrie fte:SQBepeiwefie! bie, welche biefen 33erd gefagt, ift tobt; webe bir, ift ed nicht eine SSerwanbte?"Sb ift meine Soufine."ÜBebe bir, bu b a ft ihre Siebe nid;t erwibert, unb foift fte ben SKärtyrertob geftorben; ©ott oerbamtne bich! batte ich baoon wad gemußt,fo wäreft bu nie in meine Stäbe gefommett."Sie aber mußte um ltnfere Siebe; fteerflärte mir beine 3 £ td;cn, unb war mir in Slllem bebülfltcb."©ott jcrfiöre beine3ugenb, wie bu bie t'brige gerftört, bu £unb baft fte gelobtet, geh nur nach £>aufe unbfrage nach tbr." 3d> ging tn ber größten SJermirruug nach ^>aufe unb febon, ald ichin unfere ©traße fam, »ernabm ich ein lauted SSBepcgcfchrci, unb ald ich fragte, wadbad bebcute, erhielt td; jur Slntwort: ntau habe meine Sotifttie tobt gefuttben.

2lld ich nach £>aufe fam, fagte mir meine ÜJfutter:©ott gebe, baß bad 23lutmeiner 3tid;te, bie wir tobt gefttnben unb bie unter beinern ©dn^e ßanb, nid)t aufbtr lafte." 3$ antwortete nicht, gebadjte aber ber SSerfe, bie ße rccitirt. Stachbcmße beerbigt war unb id) vier Sage lang an ihrem ©rabe getrauert batte, fragte michmeine ÜJfutter wieber:2ßad baft bu bentt beiner Soußne getban, baß ße »or ©ratn

laufent unb fine ?tcirl)f. in.

102