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Die Darwinsche Theorie und die Sprachwissenschaft : offenes Sendschreiben an Herrn Dr. Ernst Haeckel
Entstehung
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schaftliche Methode mehr und mehr Eingang finde, istebenfalls einer meiner lebhaftesten Wünsche. Vielleichtvermögen die folgenden /eilen einen oder den andernangehenden Sprachforscher dazu in Betreff der Methodebei tüchtigen Botanikern und Zoologen in die Schule zugehen. Auf mein Wort, er wird es nicht zu bereuenhaben. leb wenigstens weiss sehr wohl, was ich demStudium von Werken, wie Schleidens wissenschaftlicheBotanik, Carl Vogts physiologische Briefe u. s. f. fürdie Erfassung des Wesens und des Lebens der Sprachezu danken habe. Habe ich doch aus diesen Büchernzuerst erfahren, was Entwickelungsgeschichte ist. Beiden Naturforschern kann man einsehen lernen, dassfür die Wissenschaft nur die durch sichere, strengobjective Beobachtung festgestellte Thatsache und derauf diese gebaute richtige Schluss Geltung hat; eineErkenntniss, die manchem meiner Collegen von Nutzenwäre. Subjectives Deuteln, haltloses Etymologisieren,vage Vermuthungen ins Blaue hinein, kurz alles, wo-durch die sprachlichen Studien ihrer wissenschaftlichenStrenge beraubt und in den Augen einsichtiger Leuteherabgesetzt, ja sogar lächerlich gemacht werden, wirddemjenigen gründlich verleidet, der sich auf den obenangedeuteten Standpunkt nüchterner Beobachtung zustellen gelernt hat. Nur die' genaue Beobachtung derOrganismen und ihre Lebensgesetze, nur die völligeHingabe an das wissenschaftliche Object soll die Grund-lage auch unserer Disciplin bilden; alles noch so geist-reiche Gerede, das jenes festen Grundes enträth, istjedes wissenschaftlichen Werthes bar und ledig.

Die Sprachen sind Naturorganismen, die, ohne vom