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1 (1838)
Entstehung
Seite
177
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Vierzigste Nach t. 177

winkte ihn zu sich, um bei ihm über diese Mädchen Erkundigungen einzuziehen. DerTräger schwur aber bei Gott, daß, obschon er ein Bewohner Bagdads sey, er doch inseinem Leben nie in dieses Haus gekommen wäre;ich wunderte mich bei meinem Ein-tritt," sezte er hinzu,daß sie so allein ohne Männer lebten."

Ehe er noch ausgeredet hatte, unterbrach ihn der Chalif mit den Worten:Genug,

ich glaubte, du gehörest zu den Mädchen, nun sehe ich, daß du nicht mehr weißt als

wir Alle. Indessen sind wir hier ja sieben Männer, sie sind nur drei Frauen, ich werdesie nun fragen, wer sie sind, und antworten sie nicht gutwillig, so können wir sie schondazu zwingen." Alle waren damit einverstanden, Gewalt anzuwenden, außer Djafar,der ihnen vorstellte, daß sie hier als Gäste seyen, und nur unter der Bedingung ausge-nommen wurden, daß sie zu Allem schweigen wollten, was sie auch sehen möchten. Er-jagte dann leise zum Chalifen:Die Nacht ist ja bald vorüber, dann trennen wir uns,Jeder geht seines Wegs, morgen früh bringe ich die Mädchen vor dich und du kannst dann vonihnen verlangen, daß sie dir über Alles, was hier vorgegangen, die Wahrheit berichten." DerChalif war aber so ungeduldig, daß er Djafar ganz zornig anfuhr und darauf bestand, dieMädchen müßten ihnen schon jezt über Alles Aufschluß geben. Es ward dann viel hinund her gestritten, bis endlich beschlossen ward, der Lastträger müsse sie im Namen allerAnwesenden befragen. Als die Mädchen merkten, daß ihre Gäste in heftigem Wort-wechsel waren, fragten sie:Was gibts, daß ihr so laut unter einander streitet?" Da

antwortete der Lastträger:Diese Leute wünschen, daß du ihnen erzählst, was mit

diesen beiden Hündinnen vorgegangen, die du zuerst gepeitscht und doch hierauf mit ihnengeweint hast; eben so, warum deine Schwester sich so erbärmlich gegeißelt? dies istAlles, was sie von dir verlangen."Ist dies wahr?" fragte die Hausherrin, zu denLeuten gewendet. Alle bejahten, außer Djafar, der kein Wort sprach. Als die Wirthindies hörte, sagte sie zu ihnen:Könnt ihr Gäste wohl so unbillig gegen mich seyn?Haben wir euch nicht zum voraus gesagt: wer von Dingen spricht, die ihn nichts ange-hen, muß Dinge hören, die ihm nicht angenehm sind. Wir haben euch in unser Hausausgenommen und unser Mahl mit euch getheilt, nun wollt ihr uns Gewalt anthun?Glaubt ihr euch alles erlauben zu dürfen, weil wir so närrisch waren, euch unsre Thürzu öffnen?" Hierauf schob sie ihr Kleid zurück, trat dreimal den Boden und rief:Eilet herbei!" Sogleich kamen aus einem Kabinette, dessen Thüre sich schnell öffnete,sieben Sklaven heraus, jeder hatte ein bloßes Schwert in der Hand, fiel über einen derGäste her, warf ihn zur Erde und in einem Augenblicke waren Alle gefesselt, an einandergebunden und in einer Reihe auf den Boden mitten im Zimmer hingestreckt. Neben dem

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