Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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S i e l> e n u n - - r e i ß i g st e N a ch t.

Die Kalender, die schon den Wein spürten, forderten Musikinstrumente; sogleichbrachte ihnen die Pförtnerin ein Tamburin, eine Laute und eine persische Harfe, sieHeilten diese Instrumente unter sich, stimmten sie und fingen an zu spielen und zu singen,aber die Mädchen sangen mit so Hellen, wohlklingenden Stimmen, daß sic die Uebrigenweit übertönten. Sie sangen so eine Weile mit einander, da ward wieder an die Thüregeklopft. Die Pförtnerin ging hinunter um zu öffnen; es war der Chalif' HarunArraschid und sein Vesir Djafar. Diese batten nämlich die Gewohnheit, oft in derNacht allein die Stadt zu durchwandcln; als sie nun vor diesem Hause vorübergingenund die rauschende Musik, die lauten Stimmen der Mädchen und das fröhliche Getümmelvernahmen, sagte der Chalif zu seinem Vesir:Ich hätte wohl Lust, ein wenig beidiesen lustigen Leuten cinzutretcn." Djafar stellte ihm vergebens vor, daß diese betrunkensepen, und da sie ihn nicht kennten, ihm leicht unhöflich begegnen könnten. Doch derChalif bestand darauf und befahl sogar seinem Vesir, ihm durch irgend eine List denZutritt zu verschaffen. Als nun die Pförtnerin geöffnet hatte, verbeugte sich Djafar

'Harun Arraschid oder der Gerechte, ist der fünfte Chalif der Massiven; er bestieg den Thronim I. 170 der Hedjra. Sein Vefir Djafar, Sohn Jachias, war lang in grosier Gunst bei ihm;es scheint aber die Familie der Barmekiden, aus der Djafar abstammte, durch ihre zahlreichenAnhänger und großes Ansehen , den Neid oder das Mißtrauen des Chalifcn erregt zu haben, der siedann gänzlich auszurottcn beschloß.