Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
148
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t-18 A ch t u n d z w a II z i g st e Nacht,

O Grab! o Grab! haben seine Reize aufgchört zu scpn? ist sein leuch-tender Blick dir nicht mehr zugcwandt? O Grab, du bist ja doch kein Him-mel und kein Lustgarten, wie kann Sonne und Mond sich in dir vereinigen?"

Mein Zorn nahm überhand, als ich dies hörte, und ich rief:Wehe! wie langenoch wird dieser Schmerz dauern?"

Dann aber sprach ich folgende Verse:

O Grab! o Grab! haben seine Unvollkommenheiten noch nicht aufge-hört? hat sein abscheulicher Blick stch von dir gewandt? O Grab! du bistja doch kein Teich und kein Topf, wie kann Schmutz und Ruß stch in dirvereinigen?"

Als sie meine Verse hörte stand sie auf und sagte:Wehe dir! du Hund! du hastmir dies gethan, du hast den Geliebten meines Herzens verwundet und hast mich undihn betrübt. Nun ist er schon drei Jahre weder todt noch lebendig." Ich antwortete:O du abscheulichste, du schmutzigste Dirne unter allen, die Schwarze lieben! freilich habeich dies gethan." Jezt entblöste ich mein Schwert und ging auf sie zu, um sie umzu-bringen; als sie dies sah, rief sie lachend:Ziehe dich zurück, wie ein Hund! wasvorüber ist, kehrt nicht mehr wieder, bis die Ttzdten wieder belebt werden. Gott hatmir Macht gegeben über den der mir etwas gethan, worüber in meinem Herzen einunauslöschliches Feuer entbrannte." Sie stellte sich dann ausrecht auf die Füße, sprachetwas, das ich nicht verstand und rief:Erscheine durch meine Kraft und meinen Zauber,halb Stein und halb Mensch!"

Ich ward nun sogleich, wie du mich jezt siehst, o Herr! betrübt und niedergeschla-gen, kann ich weder stehen, noch sitzen, noch schlafen, ich bin nicht todt bei den Todtenund lebe nicht mit den Lebendigen.

Da bemerkte Schehersad den Tag und schwieg; die folgende Nacht fuhr sie fort: