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kann nicht durch Krankheit sterben. Es ist wahr, man kann ihn ermorden, sein Geheim-niß vermag ihn nicht vor einem gewaltsamen Tode zu schützen, aber den kann man jafliehen, wenn man sich nur in ein unterirdisches Gewölbe verschließt, oder in einerEinöde ein Schloß bauen läßt, wie das mcinige. Hier bin ich sicher, Keckheit wie Hab-sucht können hier nichts wider mich unternehmen. Der Talisman, welchen ihr über derThüre bemerkt habt, ist von der Art, daß Diebe und Bösewichtcr bei mir nicht ciudringenkönnen, wenn sie auch tausend achtfüßige Thiere umbringcn wollten. Nur wenn einTugendhafter ein solches Thier schlachtet, öffnet sich die Thüre."
Als der alte König von China so geredet hatte, bot er dem Prinzen und der Prin-zessin seine Freundschaft an, und beide entschloßen sich, bei ihm in seinem Palastc zubleiben. Darauf fragte er sie, ob sie keiner Erfrischungen bedürftig scpen, sie antwortetenbejahend und er zeigte ihnen mit dem Finger zwei Springbrunnen, welche sich inzwei große, goldene Becken crgoßen. In dem einen floß kostbarer Wein, in dem anderneine Art von Milch, welche, im Nicdcrfallen gerinnend, zu einer kostbaren Speise ward.Der alte König rief drei Geister herbei und befahl ihnen, seine Gäste zu bedienen.Alsbald richteten sie eine Tafel mit drei Gedecken zu und sezten drei goldene Schalendarauf, angcfüllt mit jener geronnenen Milch. Der Prinz von Karisme und die Prin-zessin von Georgien aßen davon mit großer Begierde, und von Zeit zu Zeit kredenztenihnen die dienenden Geister Wein in krystallnen Schalen. Der alte König aber, welcherwegen der übermäßigen Länge der Nägel seiner Hände sich gar nicht bedienen konnte,öffnete nur den Mund, und einer der Geister speiste und tränkte ihn, als sep er ein Kind.
Gegen das Ende des Males bat der gute alte König seine Gäste, ihm ihre Ge-schichte zu erzählen, und das thaten sie auch gern, sowohl aus freier Lust, als um dasheilige Recht der Gastfreundschaft zu ehren. Sobald sie die Geschichte ihrer Abenteuervollendet hatten, nahm er das Wort und sprach zu ihnen: „Tröstet euch beide über euer'vergangnes Unglück. Ihr sepd jung, ihr scpd liebenswürdig und könnt, wenn ihreinander ewige Treue schwört, euch hier die angenehmste Zukunft bereiten." Der Prinzund die Prinzessin, welche sich schon eine ewige Liebe geschworen hatten, erneuerten nocheinmal ihren Eid und vermählten sich vor dem alten Beherrscher von China, den sic zumZeugen ihrer Verbindung nahmen.
Gern hätten die beiden zärtlichen Gatten ihre ganze Zeit der Liebe gewidmet, aberdem alten König zu Gefallen brachten sic einen Theil des Tages in Gesprächen mit ihmzu oder vielmehr mit Zuhörcn aller seiner alten Geschichten, die zu erzählen er nie müdeward. Nach Verlauf einiger Zeit wurde die Prinzessin schwanger und gebar zwei kleine