Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
99
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s i e b c u z c h n t c Na ich t. 09

Georgien ankam und mich zur Ehe für seinen Herrn begehrte. Mein Vater, dem dieserAntrag vortheilhaft schien, willigte ohne Bedenken ein und ich mußte mich zur Abreisemit dem Vesir anschicken. Der junge Fürst, der mich liebte, war so ergriffen von meinerAbreise, daß er vor Schmerz starb, als er mir das leztc Lebewohl sagen mußte, undich beweinte seinen Tod so sehr, daß Jeder überzeugt sepn mußte, ich habe ihn bei seinemLeben eben nicht gehaßt. Doch, da ich im Rufe stand, meinem Vater mit der kind-lichsten Liebe ergeben zu sepn, so täuschte man sich über den Grund meiner Thräncn undhielt mich für eine zärtlichere Tochter, als ich war. Indessen reiste ich mit dem Vesir»ab. Wir schifften uns in einem kleinen Fahrzeuge ein, um über einen Arm des Meeres,zu setzen. Plötzlich erhob sich ein so furchtbarer Sturm, daß unsre Seeleute, rathlos, was !nun zu thun sep, das Schiff deu Wogen Preisgaben, und so wurden wir nach der Insel !der Samsarcn verschlagen." !

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Diese Unthiere liefen auf das Gerücht von unsrer Ankunft sogleich an den Strandund nahmen unsre ganze Schiffsmannschaft gefangen. Das Weitere kann ich nur mitGrauen erzählen. Sie fraßen den Vesir und alle meine Diener. Ich aber gefibl einemalten Samsarcn von vornehmer Geburt, der mir sagte, wolle ich sein Weib werden, sowürde ich dem Schicksal entgehen, das ich ohne das nicht vermeiden könnte. Ich gestehedir aufrichtig, ich fürchtete so sehr gefressen zu werden, daß ich lieber in eine Ehemit ihm willigte, obgleich ich vor seinem Hundskopf schauderte, sobald ich ihn nur ansah.Zwei Tage nach unserer Hochzeit verfiel er in eine Krankheit. Seine Krankheit währtelange, bis endlich gestern der Tod...."

Der Prinz von Karisme unterbrach hier ungestüm ihre Erzählung, weil er eineTarantel über ihren Nacken laufen sah.Nimm dich in Acht, thcurc Herrin," schrieer,auf deinem Gewände sehe ich eine Tarantel." Dilaram, welche wußte, wiegefährlich diese Thicre sind, schrie laut auf. Rasch sich erhebend schüttelte sie ihr Ge-wand, die Tarantel fiel zu Boden und der Prinz zertrat sie mit dem Fuße.

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Kaum hatte er sie gctödtet, als sie ein starkes Geräusch vom Palaste her vernahmenund plötzlich öffnete sich seine Thür von selbst. Betroffen über diese Erscheinung sahensich beide höchst überrascht an. Sie schloßen, die Tarantel müsse acht Füße gehabt habenund das Thier gewesen sepn, dessen Opfer, wie die Inschrift besagte, verlangt werde.