Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
95
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ö i r b c n z c h n t c ld a ch I. 95

Er schritt immer weiter, doch das Weib, welches den Lärm seiner Tritte hörte, löschteihr Licht.O Himmel!" sprach da der Prinz,habe ich mich denn getäuscht? habe ichdas Licht nicht wirklich gesehen, wäre cs ein Trugbild meines verwirrten Geistes? achgewiß, es war nur Einbildung. Ach, unglücklicher Prinz! sort mit aller Hoffnung, jewieder den Strahl der Sonne zu sehen. Du bist hinabgestiegen in die ewige Nacht,lange vor dem Ziel, welches uns die Natur gegeben hat. O König von Karisme, un-glücklicher Urheber meiner Tage, erwarte meine Wiederkunft nicht mehr. Ach! dein Sohnwird nicht die Stütze und der Trost deines Alters sepn, er wird hier auf die grausamsteWeise untergchcn müssen."

Als er diese leztcn Worte ausgesprochen hatte, hörte er eine Stimme, welche zu ihmsprach:Tröste dich Prinz, da du der Sohn des Königs von Karisme bist, sollst dunicht hier das Ende deiner Tage finden, ich will dich retten, doch mußt du zuvor mirversprechen, daß du mich hcirathcn wirst."

Herrin," entgcgnete der Prinz,wahrlich, es ist ein hartes Geschick, mit fünfzehnJahren lebendig begraben zu werden, doch will ich cs lieber geduldig ertragen, als dirdas versprechen, wenn du meinem verstorbenen Weibe gleichst. Wenn du gleich ihr einenHundskopf hast, werde ich dich wahrlich nicht lieben können."Ich bin keine Sam-sarin," entgcgnete die weibliche Stimme,ich bin nur vierzehn Jahre alt und glaubenicht, daß mein Gesicht dir Furcht erregen wird."

Also redend, bediente sie sich eines Stückchen Zunders, ihre Kerze wieder anzuzündenund dem Prinzen strahlte ein Antlitz von unbeschreiblicher Schönheit entgegen.WelcheReize," rief er entzückt,nichts ist ihnen zu vergleichen. Aber sag' mir doch, holdesMädchen, wer du bist; wahrlich, du mußt eine Fee sepn, weil du mir versprochen hast,mich aus diesem Abgrund zu erretten."

Nein, o Herr!" erwiderte sic,ich bin keine Fee, ich bin die Tochter des Königsvon Georgien, und man nennt mich Dilaram Ein andermal will ich dir meineSchicksale erzählen; für heute genüge es dir, zu wissen, daß ich, durch einen Sturm andieses unseelige Eiland verschlagen, einen samsarischen Vornehmen zum Gemahl nehmenmußte, um dem Tode zu entrinnen. Er starb gestern, nach langer Krankheit, manbegrub auch mich, wie es die Sitte erheischt, mit einem Brod und einem Krug voll Wasser.Doch vor meiner Beerdigung verbarg ich unter meinem Gewände einen Feuerstahl,Zunder und Wachskerzen. Als ich nun in diese Höhle hinabgclasscn war und sah, daß

' Das heißt: Hcrzensruhe. . '