Vierzehnte N a eh l. 81
nach dem verfallnen Gebäude. So bald sie daselbst angelangt waren, nahm Hassaneinen Zettel aus seiner Tasche, worauf das erste Gebet geschrieben war; kaum statte eristn in den Brunnen geworfen, als das Wasser verschwand. Nun stiegen sie die Treppestinab, bis an die Tstüre von rothem Kupfer. Der Jüngling berührte mit einem andernGebete das stählerne Schloß, sogleich öffnete es sich, und sie stießen die Tstüre auf.Der Mohr, der alsdann erschien, bereit, seinen weißen Marmorstein auf sie zu schleudern,erschreckte den Fikaa-Verkäufer und sein Weib zwar sehr, aber Hassan sprach raschdas dritte Gebet und blies, und der Mohr stürzte zu Boden. Weiter durchschritten sieden Keller, gelangten in den Hof, wo der Krystall-Dom steht; die Drachen müssen vorHassan in ihre Schlupfwinkel zurückkriechen. Sie gehen weiter Ln den zweiten Hof, durch-schreiten den Saal und betreten endlich das Zimmer, in welchem die Rubinen sind und dasGold und der Wasserkrug und die schwarze Erde. Die Stiefmutter achtete wenig auf denSarg des Königs von Aegppten und nahm sich nicht die Mühe, die besterzigungswcrtheInschrift auf der goldenen Tafel zu lesen. — Noch weniger würdigte sie den Haufenschwarzer Erde eines Blickes, obgleich ihr Hassan so viel davon erzählt hatte. Gierigfiel sie über die Rubinen her und belud sich so sehr mit ihnen, daß sic kaum gehen konnte.Ihr Mann nahm Gold, so viel er nur zu tragen vermochte, und Hassan begnügte sich,seine Taschen mit ein paar Handvoll schwarzer Erde zu füllen, in der Absicht, sie beiseiner Rückkehr zu benützen.
Darauf verließen alle Drei das Gemach des Königs von Aegppten. Fast erliegendunter der Last der Reichthümer, welche sie zusammengerafft hatten, durchschritten siefröhlich den ersten Hof, als sic drei furchtbare Ungeheuer erscheinen sahen, welchegerade auf sie losstürzten. Der Fikaa-Verkäufer und sein Weib, von Todesfurcht er-griffen, riefen ihren Sohn um Hilfe an; doch Hassan hatte keine Gebete mehr undwar nicht weniger in Angst, als sie. „Gottlose, böse Stiefmutter," schrie er, „du alleinbist Schuld au unseren Verderben! Gewiß hat Padmanaba gewußt, daß wir hierhergekommen sind; vielleicht hat er sogar durch seine Wissenschaft entdeckt, daß wir ihm denTod geschworen haben, und nun sendet er zur Strafe unseres schnöden Undanks dieseScheusale, um uns zu verschlingen." Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, als siein der Luft die Stimme des Brahmancn hörten. Er sprach also: „Ihr sepd alle DreiElende und meiner Freundschaft gänzlich unwürdig; ihr würdet mich ermordet haben,hätte nicht der große Gott Wischuu mir eure böse Absicht kund gethan. Ihr sollt meinegerechte Rache erfahren; du, Weib, weil du in deiner Bosheit den Entschluß hast fassenkönnen, mich zu ermorden, 'und ihr Beiden, weil ihr so schwach gewesen sepd, den
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