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bis zum Morgen." Dies war aber in der Sommerjahrszcit im Monate Tamus DerMann erwiderte ihm darauf: „Wehe dir! jezt ist ja doch keine Regenzeit." — „So istes," antwortete Jener, „bei Gott, ich habe gesehen, was ich dir erzählt." Nun dachteder Mann, daß der Papagei auch damals gelogen hatte, als er ihm von der Untreueseiner Frau erzählt. Hierüber gerieth er in Zorn, streckte die Hand nach dem Vogelaus, zog ihn aus dem Käfig, schleuderte ihn gegen den Boden und brachte ihn um.Nachdem der Papagei todt war, erfuhr er erst von seinen Nachbarn, daß der Papageiwahr gesprochen von seiner Frau, so wie auch die List, die diese gegen ihn angewandt,er bereute dann, ihn umgebracht zu haben, aber seine Reue half nichts mehr.
„Daraus magst du wiederum die Schlauheit der Weiber ersehen, o Herr," sprachder Vesir weiter, nachdem er die Geschichte geendet hatte: „Lasse deinen Sohn Nour-gehan nicht eher tödten, als bis sein Lehrer Aboumaschar wieder erscheint; denngewiß etwas Wunderbares ist uns Allen verborgen, und welches Verbrechen würdestdu begehen, wenn du deine Hände mit unschuldigem Blute beflecktest."
Sindbad ward gerührt von der Rede des Vesirs, ließ seinen Sohn ins Gefängnißzurückführen und ritt aus, sich mit der Jagd zu vergnügen.
Als er am Abend zurückgekehrt war, speiste er wieder mit seiner Gemalin Chan-sade, welche nach der Mahlzeit also zu ihm redete: „Du hast deinen Sohn Nourgehannoch nicht tödten lassen; noch immer hast du thörichte Zärtlichkeit für ihn. Denke lieber,wie es dem Greis erging, von dem ich dir gestern erzählte und nimm sie dir zu Herzen,wie es einst Sultan Mahmud that, dessen Geschichte ich dir jezt erzählen will."
Wer Sultan Mahmud und sein Vesir.
Es kam einst ein Derwisch zu Khas-Ayas, dem ersten Vesir des Sultans Mah-mud, und bat denselben, er möge doch seinen Herrn bewegen, ihm einen Jahrgehalt zugeben. „Du sollst ihn erhalten," antwortete der Vesir, „aber unter der Bedingung, daßdu dem Sultan versprichst, mich in der Sprache der Vögel zu unterrichten." DerDerwisch verstand sich zu dem Betrüge, und der Sultan bewilligte ihm einen Gehalt vonzehn Goldstücken des Tags.
' Der Monat Tamus entspricht ungefähr dem Juli.