Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
69
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Vierzehnte Na cht. 69

ersticke in dir die Stimme des Blutes, strafe ihn, wie es deine Pflicht ist, und hörenicht auf das Gespräch Anderer. Niemand kann es Allen Recht machen, wie die Ge-schichte eines alten Gärtners beweist. Erlaube, o Herr, daß ich sie dir erzähle."

Per Gärtner, sein Sohn und -er Esel.

Eines Tages trieb ein alter Gärtner seinen Esel aus, er selber ging neben demThiere her, sein Sohn aber ritt darauf. Es begegneten ihm viele Leute und alle riefen:Ei seht doch den alten Thoren, sein Sohn spreizt sich auf dem Esel und er selberlauft nebenher."

Der alte Gärtner bedachte, was die Leute sprachen, ließ seinen Sohn absteigen undbestieg selber den Esel.

^ Nicht lange darauf gingen Andre vorüber.Der alte Mann," sprachen sie,hat! gewiß den Verstand verloren, daß er allein auf dem Esel sizt und seinen Sohn nebenherlaufen läßt."

Da nahm der Gärtner seinen Sohn hinter sich auf den Esel.

Wie unpassend," riefen bald darauf einige Vorübergehende,daß der junge Menschso hinter dem Greise sizt."

! Der Vater und der Sohn hatten kaum ihre Plätze gewechselt, als sie wieder andernLeuten begegneten, welche ausriefen:Dieser Greis muß sehr schamlos scpn, den Jüng-ling so vor sich her zu führen." Und so mochte der alte Gärtner thun, was er wollte,! er konnte sich nie auf den Esel so setzen, daß er cs allen Leuten recht gemacht hätte.

!Du sichst daraus, o Herr," sprach Chansade weiter,wie thöricht es ist, demUrtheile Anderer sich zu unterwerfen und auf jeden Rath zu hören. Führe deinen erstenEntschluß aus und eile, einen entarteten, undankbaren Sohn zu bestrafen."

Am folgenden Morgen bestieg der Kaiser von Persien seinen Thron, ließ den Nach-richtcr kommen und befahl ihm, den Prinzen Nourgehan zu tödten.

Da trat der zweite Vcsir hervor und sprach also:Großer Herrscher, hüte dichwohl, den Anklagen deiner Gemalin zu trauen, damit du nicht einst bittere Neue fühlen> mögest. Du weißt wohl, wie listig und verschlagen die Weiber sind, es gibt mehr Ge-schichten von ihren Ränken als Sterne am Himmel stehen und das Meer Tropfen hat,

^ darum, o Herr! erlaube, daß ich dir nur die eine Geschichte vom Papagei erzähle: