Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
52
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zz N i c r z c I) n l c ll a ch t.

als das geschehen war, begab sich der Greis in ein unterirdisches Gemach, welches nurihm allein bekannt war und verbarg sich da, um nicht die Neugier des Kaisers befrie-digen zu müssen und ihm Dinge zu entdecken, die er verschweigen mußte.

Sindbad, der nicht lange ohne Nourgehan, seinen Sohn, sepn konnte, ließ ihnzu sich kommen und fragte ihn um Mehreres, worauf jener nichts antwortete. DerKaiser war darüber erstaunt und rief:O mein Sohn! warum redest du nicht? hast dudie Sprache verloren? was ist dir geschehen, welches Unglück ist dir begegnet? Stilledie Unruhe, die ich über dein Schweigen empfinde?" Diese Worte blieben ohne Wirkunggleich den ersten. Nourgehan blickte seinen Vater traurig an und schlug dann dieAugen nieder; doch kein Wort kam über seine Lippen. Da wandte sich der Kaiser zumHofmeister seines Sohnes und sprach zu ihm:Mein Sohn hat geheimen Kummer, derihn verzehrt, führe ihn in die Gemächer der Sultanin, seiner Stiefmutter, ihr wird ervielleicht sein Herz öffnen."

Der Hofmeister that, wie der Kaiser ihm geheißen hatte und führte Nourgehanzur Sultanin CHanfade.Herrin!" redete er sie an,dein Sohn scheint die Spracheverloren zu haben, seine Seele ist der Raub einer unseligen Betrübniß, deren Ursache zuentdecken, er sich weigert. Unser Herr, der Kaiser, sendet ihn zu dir, weil er hofft, daßdeine Gegenwart seine Schwcrmuth verscheuchen werde." Die Sultanin empfand beiseiner Rede eine angenehme Unruhe.Ich muß," sprach sie zu sich selbst,diesen glück-lichen Augenblick benutzen, den ich so oft herbeigewünscht habe. Ich wage nichts, wennich mich ihm entdecke. Wenn Nourgehan die Sprache verloren hat, so kann er seinemVater nicht berichten, was ich mit ihm geredet habe, und ist er so schamlos, meine Liebezu vcrrathen, so werde ich sagen, ich habe ihm nur von Liebe geredet, um ihn zumSprechen zu. bringen." Kurz, Chansade ergriff diese Gelegenheit, die sich ihr sogünstig darbot, hieß alle Anwesenden das Gemach verlassen und blieb allein mit demSohne ihres Gemals.

Sie fiel ihm um den Hals und umschloß ihn mit ihren Armen:Mein Theurer,"sprach sie zu ihm,was denn betrübt dich so? verbirg mir es nicht? mir, die ich dichzärtlicher liebe, als wärest du mein eigner Sohn." Nourgehan, gerührt von denZeichen der Freundschaft, welche seine Stiefmutter ihm gab, bemühte sich, ihr durchBlicke und Geberden zu sagen, wie sehr cs ihn betrübe, daß er ihr nicht antwortenkönne. Sie legte diese Blicke und Gcbcrdcn falsch aus und glaubte, auch er entbrennevon dem Feuer, das sie verzehre, auch er liebe sic glühend, wie sie ihn, und nur Furchtund Achtung vor seinem Vater habe ihn zurückgehaltcn, ihr seine Gefühle zu gestehen.