Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
18
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18 3 :v c i t c ll a cl) t.

ein Jahr," erwiderte der Kaufmann,bis ich von meinen Kindern und meiner FamilieAbschied genommen und mich von dem mir anvcrtrautcn Gute befreit habe; zu Anfangdes nächsten JahrcS komme ich dann wieder." Da fragte der Geist noch einmal:Bürgtmir Gott für deine Wiederkehr?"Gott bürgt dir für meine Worte," antworteteder Kaufmann.

Als er nun so geschworen und ihn der Geist losgelassen, bestieg er sein Thier wie-der, machte sich mit traurigem Herzen auf den Weg, und rcis'tc in Einem fort, bis er nachseiner Heimat kam. Als er seine Kinder und seine Frau sah, fing er an, viele Thränenzu vergießen und höchst betrübt und niedergeschlagen zu werden. Seine Leute wundertensich über ihn, und seine Frau fragte ihn, was ihm fehle und warum er so weine undso niedergeschlagen wäre, während sie sich doch Alle über seine Ankunft freuten.Wiesoll ich nicht jammern," antwortete er,da ich nur noch ein Jahr und nicht mehr zuleben habe."

Hierauf erzählte er ihnen, was ihm auf der Reise mit dem Geiste widerfahren undwie er ihn: geschworen, daß er nach einem Jahre wiedcrkchrcn werde, um sich von ihmtödten zu lassen. Wie sie dies vernahmen, weinten sie alle. Die Frau schlug sich in'sGesicht und riß sich die Haare aus, die Töchter stießen Jammergeschrei aus, und dieSöhne groß und klein schrien laut. Alles trauerte; die Kinder weinten den ganzen Tagum ihren Vater herum, und sie nahmen gegenseitig Abschied von einander.

Am folgenden Tage fing er an, sein Erbthcil unter ihnen zu verthcilcn und seinTestament zu machen; er machte sich auch von den Leuten frei, denen er etwas schuldigwar, gab große Geschenke und Almosen, und nahm Leute an, die den Koran für ihn lesenmußten. Dann ließ er Zeugen und Gerichtöschrciber kommen, schenkte seinen Sklaven undSklavinnen die Freiheit, gab den erwachsenen Kindern ihren Theil von seinem Vermögen,machte ein Testament für den Theil der Kleinen, gab seiner Frau was ihr verschriebenwar, und so war er beschäftigt, bis das Jahr abgelaufcn und nur so viel noch davonübrig blieb, als er zur Reise brauchte. Nun schickte er sich zur Reise an, wuschsich, betete, nahm sein Todtcngewand und sagte seiner Frau und seinen Kindern einLebewohl.

Diese schrien und weinten alle zusammen, und auch er vergoß viele Thränenund sprach zu ihnen:Bei meinem Haupt und bei meinen Augen, dies ist ein

Beschluß Gottes, es ist sein Urthcil und seine Macht; der Mensch ist eben nur zum Todegeschaffen."