580 Geschichte der Krcuzzügc. Buch VII. Kap. XVI.
I. El»'.-2ZY.
Die Anführer der französischen Kreuzfahrer, der Kö-nig von Navarra, die Grafen von Vendome, Montfortund Bar, so wie der Herzog von Burgund, welcher eben-falls das Kreuz genommen hatte, und andere mit demKreuze bezeichnet Grafen und Ritter °°) versammeltensich zu Lyon schon im Frühlings des Jahrs i2Zy, umüber die Anordnungen, welche zur Vollziehung ihrerMcerfahrt erforderlich waren, sich zu besprechen. Mitsolchen Verathungen waren sie noch beschäftigt, als einpäpstlicher Botschafter zu Lyon erschien und eine Voll-macht vorwies, durch welche er beauftragt wurde, dasGebot des Papstes zu verkündigen, daß die Kreuzfahrerohne Säumniß in ihre Heimath zurückzukehrcn und nichtvor dem März des Jahrs 1240 die Mcerfahrt anzutrctenhatten, wenn sie nicht der ihnen zugesagten Vergebungihrer Sünden verlustig werden wollten. Darüber wurdendie Kreuzfahrer sehr unwillig und erwjedertcn: „Warumhaben der römische Hof und der Papst ihren Sinn ge-ändert? Wir haben uns zu der Frist, welche vor gerau-mer Zeit durch die päpstlichen Legaten und Prediger be-stimmt worden ist, versammelt, haben unsere Länder undGüter verpfändet oder verkauft, Lebensmittel, Waffen undandere Bedürfnisse angeschafft, unser Geld nach dem hei-ligen Lande vorausgesandt und daselbst unsere baldigeAnkunft angekündigt, auch unfern Freunden Lebewohl ge-sagt. Warum will der Papst uns jetzt wehren, das aus-zuführcn, was er früher von uns forderte?" Der päpst-liche Botschafter verdankte es nur der Verwendung derzu Lyon anwesenden Prälaten, daß er von den crzürn-
60) Vgl. den Brief des Papstes an wo auch derHerzog von Burgund zumdie Kreuzfahrer vom 7. März iszg ersten Male unter den Kreuzfahrerndey RainalduS -ist a. I28g. tz. 7g. 80, genannt wird.