Veränderte Gesinnungen des Papstes Gregor XI. 553
Dietrich über die Stadt Ptolcmais ausgesprochene Inter-dict aufgehoben hätte 2 *). Gleichzeitig eröffnete er deinKaiser, daß die Ritter und Bürger von Ptolcmais ge-neigt waren, ihre Brüderschaft, so wie die von ihnen einsgeführte Verfassung aufzuheben, den Eiden, welche siezum Nachtheile des Kaisers geschworen, zu entsagen,durch einen neuen Eid dem Kaiser und dessen Sohne Con-rad zu huldigen und alles in den frühem Stand zurück-zubringen, wenn dagegen auch der Kaiser den verschiedenenStänden des Königreichs Jerusalem ihre von Alters her-gebrachten Rechte und Frcyheiten zurückgeben würde.Auch rieth Gregor dem Kaiser, mit dem Könige von Cy-pcrn und dessen Ritterschaft sich zu versöhnen, was fürdas heilige Land von nützlichen Folgen seyn würde; denMarschall Richard, welcher einen allgemeinen und unver-söhnlichen Haß auf sich gezogen hätte, zurückzurufen undeinen andern Statthalter des Königreichs Jerusalem zuernennen I» mehreren Briefen, welche an die Re-publik Genua, den König von Cypcrn und dessen Ritter-schaft, so wie an die syrischen Prälaten und Barone ge-richtet und von Gottfried Lcfort überbracht wurden, sollGregor, welcher durch das Vertrauen, mit welchem dieverbrüderten syrischen Ritter und Bürger seinem richter-
8l) Brief des Papstes a» den Kai-ser, geschrieben zu Assist am 21. Okc.1234, bei, Nainaldus a. a. S. Wie sehrGregor erst durch die Vorstellungendes Ritters Gottfried Leforl umge-stimmt wurde, sieht man auch dar-aus, dag wenige Monate zuvor (am28. Jul.) der Papst zu Perugia einenBrief an Johann von Jbclin schrieb,demselben wegen der von ihm veran-lagten Storung des Friedens in Sy-
rien und seines Plans, Tyrus zu be-lagern, heftige Vorwürfe machte undihn zum Gehorsam gegen den KaiserFriedrich ermahnte: praercrtim cumguictguist Imperators prosxcritatisaäjicitur, a uobis proprium repu-letur, co guost muitae stevoriuni»odsoguiis 80 recististerit Lcolesiaogratiusum. Ilalualst. I. c. h.
82) Ilaiuattt. !. c. h. 44.