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488 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VII. Kap. XIV.
keine andere Absicht hatte, als das Gewebe seiner Falsch-heit zu verstärken, daß der Friede, welchen er mit demSultan geschloffen hatte, aller Wahrheit und Zuverlässig-keit entbehrte, daß, sobald er Syrien verlassen habenwürde, seine Bosheit nicht länger verborgen bleiben, unddas heilige Land unmöglich behauptet werden könnte.Dem Kaiser lag daran, nicht nur alle Verantwortlichkeitvon sich zu entfernen, sondern auch durch die Vortheile,welche er erlangt zu haben vorgab, mit einem falschenRuhme sich zu schmücken; und wenn nach seiner RückkehrJerusalem oder Joppe sollte aufgegeben werden müssen,so würde er sagen: Sehet, ich habe die heilte Stadtwieder gewonnen, der Patriarch und päpstliche Legat hatsie nicht zu behaupten gewußt; ich habe Joppe wieder er-baut, er hat auch diese Stadt verloren. Eine solche An-klage würde aber nicht allein uns, sondern auch der römi-schen Kirche zum Nachtheile gereichen." Diese Ansichtbewog den Patriarchen, die Mitthcilung des Friedens-schlusses von dem Deutschmeister zu fordern, worauf ihmHermann von Salza neun Kapitel des Friedensschlussesin französischer Ucbersetzung zusandte.
Der Patriarch bemerkte mit gränzcnloscm Unwillen,daß in den ihm mitgethcilten Bedingungen des Vertragesnur von einer Abtretung der Stadt Jerusalem an denKaiser und dessen Beamte die Rede war, keine Erwäh-nung der Christenheit oder der Pilger in diesen Bedin-gungen vorkam, und die große Moschee so wie die Ka-pelle Sachra den Muselmännern überlassen wurden. Erbetrachtete es als eine unauslöschliche Schande, daß denSaracenen die Pilgerung nach Bethlehem ohne Beschrän-kung, den Christen aber der Eintritt in den Tempel desHerrn zu Jerusalem, die wahre Cathedralkirche des Patri-