452 Geschichte der Krenzzüge. Buch VII. Kap. XIV.
Chr.
1228 .
Vierzehntes Kapitel.
Friedrich durfte nicht hoffen, baß die Sicherheit seinerStaaten ungefährdet blieb, wenn er nach dem Morgen-lande sich begab. Da er wegen der bisher unterlassenenKreuzfahrt nicht zu der Genugthuung, welche der Papst vonihm forderte, sich verstehen wollte, sondern bey der Be-hauptung beharrte, daß die Krankheit, welche ihn zuDrundusium und Otranto überfallen hätte, hinlänglich ihnentschuldigte, und da er außerdem durch die Anreizungder Frangipani zu Feindseligkeiten gegen den Papst Gre-gor von seiner Seite den Krieg gegen den römischenStuhl begonnen hatte: so hatte er keinen Anspruch wederauf den Schutz noch auf die übrigen Rechte, welche derrömische Stuhl folgsamen Kreuzfahrern gewährte. Auchkonnte Friedrich aus mehreren Erscheinungen mit Sicher-heit schließen, daß während seiner Abwesenheit sein Rcichs-verwcscr, der Herzog Rainald von Spoleto, einen schwie-rigen Stand haben, und es dem Papste nicht an Bundes-genossen fehlen würde, wenn er einen Krieg unternehmenoder gut heißen würde. Die Lombarden, welche durchihr feindseliges Verfahren gegen den Kaiser und dessenFreunde schon den ausgeschriebenen Reichstag zu Bolognagehindert hatten, scheuten sich nicht, die Kreuzfahrer,welche im Sommer 1223 nach Drundusium zogen, aus-