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6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
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Der K. Friedrich im Banne. 427

welche Gott ihm verliehen hätte, eben so sehr als die aus-gezeichneten Gaben seines Geistes ein tadelloses und unbe-flecktes Leben ihm zur Pflicht machten ^°). Gregor säumtedaher nicht, am St. Michaclistage zu Anagni öffentlich-s.S-pi.zu verkündigen, daß der Kaiser Friedrich vermöge desVertrags von San Gcrmano, wegen unrcrlasscncr Erfül-lung seines Gelübdes, in den kirchlichen Bann verfallenwäre 3*). Friedrich sandte zwar nach Rom, wohin Gre-gor bald hernach zurückkchrtc, zwcy kaiserliche Hofrichrcrals seine Abgeordneten, mit dem Aufträge, seine Recht-fertigung dem Papste vorzutragen. Gregor aber gewährtejenen kaiserlichen Abgeordneten kein Gehör, erklärte dasVergeben von der Krankheit des Kaisers, welche ihn gc-nöthigt haben sollte, die Kreuzfahrt auszusetzen, fürunwahr versammelte zu Rom so viele Prälaten ausItalien und dem Königreiche Sicilicn, als er konnte; und,obgleich eine zwcyte aus den Erzbischöfen von Rhegiumund Bari, dem Herzoge Raimund von Spolcto und demGrafen Heinrich von Malta bestehende kaiserliche Gesandt-schaft zu dieser Synode sich cinfand, um den Kaiser zuvcrthcidigen, so wiederholte der Papst dennoch am achten

32) Das Schreibe» des Papstes(bey Nainaldus ad g. 1227. §. 212z)ist ein merkwürdiges .Bcysxicl vonpäpstlicher Rhetorik. Gregor drücktsich zwar mit vieler Vorsicht und Zu-rückhaltung darin aus; eine kräfti-gere Ermahnung aber war ohneZweifel der Bruder Gualo vom Pre-digerordcn, welcher jenes Schreibenüberbrachte, hinzuzufügen beauftragt.

gl) Iliclrard- dv 3. 6crm, I. o.

Z2) idsuuaiis Impcratoris (SrcZo-rius l'axa) iiou zdus arodous guam

uuuciis suis de iuvalitudino liupe-raroris, sagt Richard von San Ger-mans (a. a. O.), und diese Wortelassen schließen, daß der Papst zuvoreine Gesandtschaft an den Kaiser ge-schickt hatte. Oer Mönch Alberik sagtzweifelnd (ad a. 1227. x. 5241: Dre-

mailsik. lieber die bepde» erwähntenkaiserlichen Gesandtschaften vgl. dasSchreiben des Kaisers Friedrich inDdiu. iVlarteuo er Drsiili DurandLolieclio aiunl. II. I'. Iiglj. 1200.