Aufschub der Kreuzfahrt dcS Kaisers Friedrich. 69t
Unter solchen Verhandlungen kam die Zeit heran, inwelcher der Kaiser Friedrich der Zweytc seinem Verspre-chen zufolge seine Kreuzfahrt antreten sollte. Der KönigJohann von Jerusalem kehrte von seinen Reisen nachFrankreich, Spanien, England und Deutschland noch vordem Ablaufe der für die Kreuzfahrt bestimmten Frist anden Hof des Kaisers zurück; seine Bitten um Beystandund Rettung des bedrängten heiligen Landes waren aberin keinem der Reiche, welche er besucht hatte, von son-derlicher Wirkung gewesen; und er übernahm daher selbstden Auftrag, in Begleitung des Patriarchen von Jerusa-lem zu dem Papste Honorius sich zu begeben, demselbenein kaiserliches Schreiben zu überbringen, und im Namendes Kaisers die Gründe vorzutragen, welche cs noth-wcndig machten, die Vollziehung der Kreuzfahrt noch aus-znsetzcn "). Der König und der Patriarch fanden denPapst, welcher wegen der von dem römischen SenatorParcntius und dessen Partei) erregten Unruhen Rom ver-lassen hatte, zu Ricti"); und der milde und billige Ho-norius, obwohl die abermalige Täuschung seiner Hoffnun-gen sein Gcmüth mit großem Verdruß erfüllte, gewahrteihren Vorstellungen geneigtes Gehör. Der Kaiser Fried-rich aber rechnete nicht auf eine so günstige Aufnahmeder Anträge, welche seine bcyden Bevollmächtigten demPapste übcrbrachtcn; und er berief daher alle Prälatenseines Königreichs zu sich^), um mit ihnen über die
6g1 äo 8t. (Zernraiio 1. e.
Hy) HonoriuS begab sich von Romzuerst nach Tivoli, dann nach Nieti.liiLliurll. äe Sr. Oerm. I. e. Vgl.liainulä. ast «i. 122A. h. 2l. 22.
70) Richard voll San Germano
sagt (a. a. O.) nur, vag vcr Kaiservie Prälaten nach Apulien rief; wahr-scheinlich wurde die Versammlung zuTroja gehalten, wo Friedrich im Ju-»ius 1:25 eine Urkunde vollzog. Fr.v. Raumer, Gesch. der Hohcnsi. Th. 2.S. Z?2.
l. Ck>r.»225.