Das Kaiferlhum von C onstan tin o p e l. 38 k)
Der bedrängte Zustand des lateinischen Kaiserthumsin Constantinopel zu dieser Zeit nahm ebenfalls die väter-^es""liche Sorge des apostolischen Bischofs in Anspruch. Daunnnsder Kaiser Robert, der vierte lateinische Kaiser von Con- ^omstantinopel, nur mit Mühe seinen Thron behauptete, dasvon dem Markgrafen Bonifaz von Montferrat gegründeteKönigreich Thessalien mit leichter Mühe von TheodorusComncnus erobert wurde, Adrianopel in die Gewalt desKaisers Johannes Vatatzes von Nicäa fiel, und der Verslust von Constantinopel nicht mehr fern zu seyn schien:so richtete Honorius eine dringende Ermahnung an dmKönig Ludwig den Achten von Frankreich, seinem Vetter,dem Kaiser Robert schleunige Hülfe zu senden, und batzugleich die Königin Bianca um ihre Verwendung fürdiese wichtige Angelegenheit Key ihrem Gemahls. „ EureHoheit weiß," schrieb er an die Königin von Frankreich,
„wie der Herr, in dessen Hand alle Herrschaften undReiche sind, das Kaiserthum von Romanien in die Ge-walt der Franzosen gegeben hat, so daß durch sie vor-nehmlich dieses Kaiserthum bis jetzt regiert worden, unddaselbst gleichsam ein neues Frankreich entstanden ist.
Eure Hoheit weiß aber auch, wie sehr die Macht derFranzosen in Romanien sich vermindert hat und noch täg-lich vermindert, während ihre Feinde immer mächtigerwerden, so daß den Lateinern überhaupt und insbesondereden Franzosen ein unersetzlicher Verlust bcvorsteht, wenndem Kaiser Robert nicht bald geholfen wird ")." DerKönig Ludwig gab aber der Ermahnung des Papstes kein
6 Z) Schreiben deS Papsics Hono-rius an bis Königin Bianca vonFrankreich vom »o. Mat 1224 bei,RainalduS ->a a. 1224. 4 - 23. lieberdie Eroberung von Lbeffalontch durch
Theodorus Comncnus s. Oncango Nis-roiro cie OonkNmninopis sons losiiimxcrcnrs 1'rantzsis >>. 7g, und überdie Belitznahme von Adrianopel durchJohannes Valaheö ebendas. S. 81.