Druckschrift 
6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
296
Einzelbild herunterladen
 

I. C»r.

l22l).

296 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VII. Kap. X.

Die Pilger überließen sich in den ersten Tagen nachder Einnahme der Stadt den frohsten Hoffnungen; siehielte» nicht nur die baldige Eroberung des ganzen ägyp-tischen Landes für eine Unternehmung, deren glücklicherErfolg nicht mehr zweifelhaft seyn könnte, sondern warenauch überzeugt, daß nach der Vollendung dieser Erobe-rung die Besitznahme der heiligen Stadt Jerusalem,welche damals nur von Surianern und andern Christenbewohnt wäre, keine andere Mühe als die Wiederherstel-lung der zerstörten Mauern erfordern würde ^), Die-jenigen Kreuzfahrer, welche durch ihre Tapferkeit oder diewillige Aufopferung eines großen Theils ihres Vermö-gens das Recht erlangt hatten, sich das Verdienst der Er-oberung von Damiette zuzueignen, erfreuten sich durchVas beglückende Gefühl, ihren und ihres Vaterlandes Na-men in einem fernen Lande durch glorreiche, für Gott unddas heilige Grab vollbrachte Thaten verherrlicht zu haben.Freue dich," schrieb der kölnische Schvlasticus Olive-rius 2 -),kölnisches Stiftsland, frohlocke und preise denHerrn, weil du durch Schiffe, Waffen, Kriegsgeräthe undKämpfer mehr geleistet hast als das ganze übrige deut-sche Reich; und du, o Cöln, Stadt der Heiligen, die duwohnst in Gärten, unter den Lilien der Jungfrauen, denRosen der Märtyrer und den Veilchen der Bekenner,beuge die Knie deines Herzens und danke Gott mit lau-ter Stimme für die fromme Tapferkeit deiner Söhne."

Im Abendlande erweckte die Kunde von der Erobe-rung von Damiette große Freude- Der Papst Honoriusnannte den Cardinal Pelagius in einem Schreiben, weis

V) Vgl. die Acuj-erung des Poenitcniiarius Aegidius de LevreS oben

Kap. IX. Am». 77. S. agg.

-4) OUv, Saliol. x. »416.