258 Geschichte der Krcuzzüge. Buch VII. Kap. IX.
Die seit dem Anfänge des Monats Julius gegen diebelagerte Stadt zu Wasser und zu Lande gemachten An-griffe waren fast nur von italienischen Pilgern unter derLeitung des Cardinals Pelagius unternommen worden*")und hatten kaum eine andere Wirkung hcrvorgcbracht,als daß die Schaaren des Sultans dadurch jedes Malzur Beunruhigung des Lagers der Christen gereizt wur-den*""). Die Belagerung von Damiettc war daher fürden größten Theil der Kreuzfahrer zu einer mühsamen undgefahrvollen Vertheidigung ihres befestigten Lagers ge-worden, und sie konnten sich eher für Belagerte als fürBelagerer ansehen. Der Aufenthalt in dem sandigenLande an den beyden Ufern des Nils, wo ihr Lager er-richtet war, wurde mit jedem Tage lästiger, und wie einKranker nach Genesung sich sehnt, sagt ein Augen-zeuge *^), so sehnten sich die Kreuzfahrer nach dem An-blicke eines grünen Krautes, denn sie sahen nichts alsSand. „Keine Zunge vermag," sagt eben dieser Augen-zeuge "*), „das Ungemach, die Widerwärtigkeiten undEntbehrungen, Schmerzen und Qualen zu schildern, welchedie Christen während der Belagerung von Damiette inder Liebe des Heilandes und für den christlichen Glaubenerduldeten." Manche Kreuzfahrer verloren zwar nicht diezuversichtliche Hoffnung, daß alle solche Mühseligkeitenund Gefahren endlich zum Ziele führen würden'"^), aber
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144) OliveriuS Scholasticus sagt(S, 1411. 1412) ausdrücklich, dag dieseAngriffe von den Pisanern, Eenue-scrn und Venetianern unternommenwurden. Jakob von Witrii s cp. III.I>. 299) dagegen drückt sich unbestimm-ter aus : Zeitig (Zciatis) gimck pertotem aestatcm praetcritam captionicivitatis per ingeuiovnm ercctio-
>icm et srcgiienter per teurem et»guam insuitui vacavimus. Vgl.Lpist. IV. p. Zog.
145) lae. cke Vitr. I. o.
146) lilcmor. lieg. p. iogi.i 4 ?) ülemor. lieg. p. 1092.
148) Z- B. Jakob von Witrv, vgl.dessen epist. III. p. Sgg.