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6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
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240 Geschichte der Kreuzzstge. Buch VII. Kap. IX.

Kosten des heiligen Krieges zu steuern, ihr Eifer erkalteteaber bald, und ihr Versprechen blieb fast gänzlich unerfüllt.Dagegen kehrte sich der Grimm der Saracenen wider diechristlichen Bewohner des Landes, welche in mehreren Ortsschäften auf die grausamste Weise erwürgt wurden ").Der Sultan ließ indeß in Kahirah und Fosthat ein Ge-bot verkündigen, daß die Hälfte der Bevölkerung dieserStädte, mit Einschluß der Christen und Juden, derenFreyheiten für diesen Fall ungültig seyn sollten, freywilligoder mit Zwang zum Kriegsdienste sich zu stellen hätte.Dieses Gebot diente aber nur zu Gelderpressungen. Diewohlhabenden Muselmänner erkauften sich, jeder nachMaßgabe seines Vermögens, mit einer Summe Geldesdie Bcfreyung vom Hcerdienste und die Christen undJuden wurden zur Bezahlung einer so beträchtlichen Kriegs-steucr gezwungen, daß sie genöthigt waren, die heiligenGeräthe ihrer Kirchen und Synagogen zu verpfänden,um das erforderliche Geld sich zu verschaffen b-).

8Z) Geschichte der Patriarchen KeyNeinaud S.. 27.

84) Geschichte der Patriarchen bei,Neinaud S.28.

8z> Von den Heyden christlichenSekten , welche in Aegypten sich fan-den, den Iakobiten oder Eutychianernund den Melchitcn, winden, wie disGeschichte der Patriarchen von Ale-xandrien l bcy Neinaud S. W. 29,vgl. IwiiLudot iiistoiia 1-atriarcii.2Ucx. x. Z72. 57Z.) berichtet, vor-nehmlich bis Melchitcn, deren Zahletwa den zehnten Thcil der christli-chen Einwohner des Landes betrug,mit Geldcrpressungcn gequält, weilihre kirchlichen Gebräuche den römisch-katholischen sehr ähnlich waren, und

sie daher für Freunde der Kreuzfahrerangesehen wurden. Zu Fosthat beriefder Statthalter des Sultans die Prie-ster sowohl der Iakobiten als Melchi-tcn zu sich und ervffnete ihnen denBefehl, in das Lager des Sultanssich zu begeben, indem er ihnen zu-gleich erklärte, dag die Muselmännersie niedcrmctzeln würden, bevor sie andas Thor der Stadt gelangten: siemuhten also zu einer Geldzahlungsich entschließen; und eS wurden vonihnen qooo Goldstücke gefordert, wo-von die Melchitcn 1000 zu bezahlenhatten. Dis letzteren verpfändeten,um diese Summe aufzubringen, einsilbernes Kirchengcräth bei, einem mu-selmännischen Scheich für 202 Gold-