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6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
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Zerstörung von Jerusalem. 23?

zuvor bevölkert war. Diese Zerstörung wurde auch bald^hernach wirklich vollzogen, obgleich alle Muselmänner da-durch in große Trauer, und die Einwohner der unglück-liche» Stadt in unbeschreibliches Elend gebracht wurden;ein beträchtlicher Theil der Einwohner von Jerusalemwanderte aus mit Zurücklassung aller Habe und alles Gutsnach Damascus, Aegypten und anderen Gegenden, undviele Auswanderer kamen durch Hunger und Durst um ^).

77) Abu Schamah giebt (kc> 1 . g7.g8.) von der Zerstörung von Jerusa-lem folgende Nachricht:Am erstenTage des Wonach Moharrem (19. März1219), oder, wie auch behauptet wird,am siebenten Tage dieses Monats(25. März i2,y), liest Moaddhemdie Thürme und die Mauer von Je-rusalem zerstören, in der Besorgnist,dast die Franken dieser Stadt sich be-mächtigen möchtenwas die Einwoh-ner sehr erschreckte, so daß sie aus derStadt auüwandcrtcu und in dieLänder sich zerstreuten, indem sie dieTrennung von ihren Häusern undden Verlust ihres Vermögens für ge-ring achteten. Jerusalem war aberdamals in dem schönsten Zustande,sowohl in Hinsicht der Bauart, alsder Menge der Bewohner. Abul Mo-daffcr berichtet Folgendes: Als Mo-addhem zu seinem Bruder nach Da-mictte sich begeben hatte, so wurdeihm gemeldet, dast eine Schaar derFranken mit einem Angriffe auf Je-rusalem umginge, und seine Emirswaren der Meinung, dast diese Stadtgeschleift werden müßte, indem siesprachen: Syrien ist jetzt von Trup-pen entblößt, und wenn die FrankenJerusalem erobern, so sind sie Herrendes ganzen Landes- Moaddhem schrieb

also an seinen Bruder Alasis Ösmanund den Schlosthauptmann As eddin,welche damals zu Jerusalem sich be-fanden, lund befahl ihnen) die Stadtzu schleifen. Diese sprachen dagegencinmülhig: wir wolle» sie erhalten.Moaddhem aber wiederholte seinenBefehl, indem er hinzufügte: wenndie Franken Jerusalem erobern, sotödten sie alles, was darin ist. und sindHerren über DamaScus und die Län-der des Islams, was die Nothwen-digkeit herbeyführt, Jerusalem zuschleifen. Hierauf machten jene bey-den Emirs am 1. Moharrem (iy. Märzrriy) mit der Mauer den Anfang.Es erhob sich aber in der Stadt einEcschrey wie am jüngsten Tage, unddie ehrsamen (verschlciertcn)cFraucn,so wie die Jungfrauen, die Greiseund Schwachen, dis jungen Männerund die Knabe» begaben sich nachder Sachra und dem Alaksa (d. i. nachder gewölbten Kapelle des Srcins,auf welchem liegend Jakob die Him-melsleiter sah, und der Moschee alaksad. i. der höchsten Moschee) und schnit-ten sich die Haare ab und zerrissenihre Kleider, so dast die Sachra unddas obere Gemach der Moschee Alaksamit Haaren angefüllt wurden. Als-dann wanderte» sie aus, indem, sie

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