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6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
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163 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VII. Kap. VII.

Ostern, wo dazu eine hinlängliche Bevölkerung sich fände,Bittfahrten und öffentliche Gebete um den Segen Gottesfür die begonnene große Kreuzfahrt halten zu lassen. Erermahnte zugleich die Prälaten, diesen Bittfahrten regel-mäßig in eigener Person und in frommer Andacht, zwarmit allen Zeichen ihres heiligen Amtes, aber mit entblöß-ten Füßen, beyzuwohnen und auch in dieser Hinsicht ihrerGeistlichkeit sowohl als den Layen ein gutes Beyspiel zugeben. Er gebot ihnen, dafür Sorge zu tragen, daß dasVolk, Männer und Weiber, bey solchen Bittfahrten wederkostbare Kleidung noch andere eitle Pracht zur Schautrüge, sondern vielmehr durch die Entäußerung jedesentbehrlichen Schmuckes die innere Demuth des Herzensdarthun sollte. Den in einsamen Gegenden wohnendenKlostergeistlichcn legte Honorius noch insbesondere die Ver-pflichtung auf, solche Bittfahrten und Gebete um so mehrregelmäßig und mit andächtiger Gesinnung anzustellen,als sie des Getümmels der Welt enthoben wären ^).

Die freudigen Hoffnungen, welchen sich Honoriusdamals überließ, erlitten aber bald eine unangenehme Unter-brechung, als ihm die Kunde von dem Abzüge des Königsvon Ungarn aus dem gelobten Lande gebracht, und nichtlange hernach ein Schreiben überreicht wurde, in welchemAndreas seinen unerwarteten Entschluß mit dem verwirr-ten Zustande seines Reiches entschuldigte, und den Bey-

2) Dieser von Nainaldus (suioclecoles.'acl II. 1217. h, 27 A2.) mitge-theilte Brief ward am 24. November(VIII. Lai. Oeo.) 1217 ausgeferrigt,und der Papst lieg in denselben dasoben (Kap. ö. S. 140.) erwähnteSchreiben des Eroömeiüers der Tem-pler zur Belehrung der künftigen

Kreuzfahrer wörtlich einrücken. I 7 c