90 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VII. Kap. III.
Daher wollen wir denjenigen nachahmcn, welcher von sichim Evangelium sagt: lernt von mir, denn ich bin sanftund dcmüthigcn Sinns, und Eure Herrlichkeit") bitten,daß ihr, um dem Blutvergießen ein Ende zu machen, unsdas Land zurückgeben mögct, dessen Besitz außer eitlemRuhm Euch mehr Beschwerlichkeit als Vortheil bringt."Obwohl Jnnocenz selbst von diesem Schreiben keine er-sprießliche Wirkung sich versprach, so ersuchte er doch denPatriarchen, den päpstlichen Botschaftern, welche demSultan dieses Schreiben überbringcn sollten, einige treueund kluge Männer zur Begleitung zu geben, damit diein seinem Briefe ausgesprochene Forderung soviel alsmöglich unterstützt würde. Er legte aber dem Patriarchender heiligen Stadt noch insbesondere die Verpflichtungauf, die Vcrathungen der allgemeinen Kirchcnversamm-lung, welche nach der löblichen Gewohnheit der heiligenVäter gehalten werden sollte, durch seine Gegenwart,welche nicht nur sehr nützlich, sondern höchst nothwendigseyn würde, zu befördern und einige von allen Umständen,Verhältnissen und Ocrtlichkeiten unterrichtete treue undkluge Männer mit sich zu bringen. Endlich legte Inno-ccnz dem Patriarchen es an das Herz, den König Johannund die geistlichen Ritterorden, so wie alle einheimischenChristen und Pilger zur standhaften Verthcidigung undBehauptung des in Syrien den Christen noch gebliebenenLandes, und die lasterhaften Bewohner desselben, welchedurch ihren ruchlosen Wandel den Zorn Gottes über sichund bas Land gebracht hätten, zu ernstlicher Buße undSinnesänderung zu ermahnen. Als später der Erzbischofvon Lund sich weigerte, auf der Kirchenversammlung zu
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