Druckschrift 
6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

24 Geschichte der Krcuzzüge. Buch VII. Kap. I.

meistern der Templer und Hospitaliter und einigen vor-nehmen Pilgern deshalb sorgfältige Bcrathnng zu halten.In dieser Bcrathung wurde beschlossen, bcyden streitendenParteyen unter Androhung der schärfsten kirchlichen undweltlichen Ahndung zu entbieten, daß sie ohne längere Zö-gerung und Ausflucht vor dem Gerichte der apostolischenLegaten zu erscheinen, und wegen der Befolgung des rich-terlichen Ausspruchs der Legaten Geisel und hinlänglicheBürgschaft zu stellen hätten. Der Bischof von Crcmonaübernahm cs, die im Namen der Legaten, des Königs vonJerusalem und der Barone, welche an der BcrathungTheil genommen hatten, in Folge jenes Beschlusses erlas-senen Schreiben dem Könige Leo und dem Fürsten vonAntiochien zu überbringcn; auch wurde ihm der Auftragund die Vollmacht ertheilt, die Widerspenstigen sofort mitdem kirchlichen Banne zu belegen. Auf diese Mahnungantwortete der König Leo, welcher durch die gegen dieTempelherren geübten Feindseligkeiten nicht lange zuvorsich den kirchlichen Bann, und seinem Lande das Jnterdictzugezogen hatte, daß er bereit wäre, einen Waffenstillstandvon vierzig Tagen zu schließen, und durch einen Bevoll-mächtigten sowohl in Hinsicht der antiochischen Sache, alsseines Streites mit dem Orden der Tempelherren seinRecht vor dem Gerichte der päpstlichen Legaten ausführcnzu lassen. Der Fürst von Antiochien dagegen nahm denvierzigtagigen Waffenstillstand nicht an und versagte sogardem Botschafter, welchen der König Leo nach Ptolcmaissandte, das sichere Geleit durch seine Herrschaften. Derarmenische Botschafter ließ sich aber dadurch nicht abhal-tcn, mitten durch das Land des Feindes seines Herrn nachPtolcmais sich zu begeben. Von Seiten des Fürsten Vor-mund erschienen zwar der Bischof und einige Stiftsherren