Foi'tdauek des Waffcnstillstnndesr 15
wovon die Herrschaft der Muselmänner durch die großeMecrfahrt der französischen Barone und Ritter bedrohtwurde, abzuwendcn; und es fand die Sage Glaube», daßdie Venetiancr durch kostbare Geschenke, welche der Sul-tan ihnen zu der Zeit, als die französischen Barone mitihren Schaarcn zu Venedig versammelt waren, durch Bot-schafter übersandt hatte, so wie durch das Versprechen,ihren Handel mit Alexandrien durch wichtige Vorrechte zubegünstigen, wären bewogen worden, der Kreuzfahrt, derenZiel damals Aegypten war, eine andere Richtung zugeben ^). Der König Amalrich liebte eben so sehr, als
35) Hugo Plagon l6n>UoImi1>riiooutinuffm Irisloii-r in Ostm. IVl.rr-tviie ct I/n Dnr:inst vcterum eeri-
eiin.r colleotio 1'. V.) zr. 627. DieseSage mag nicht ohne Grund seyn;dagegen ist folgende Erzählung diesesSchriftstellers, welche auch bey Vcr-narduS ThesaurarillS (c. ,Z 4 .) sich fin-det, sicherlich eine bloße Erfindung:AlS der Sultan von Aegypten vcr-nalim, daß die Christen ihre Flottegerüstet hatte», tun Aegypten anzu-greifcn, so versah crDamaScuS gegenseinen Neffen, welchen er auS dieserStadt vertrieben hatte, mit einer star-ken Besatzung, und begab sich nachAegypten, um dort mit seinem Divansich über die Mittel zur Vcrtheidi-gung deS Landes zu berathen. Erberief also die Bischöfe und Priester
lor v. I. die Mufti's und ImamS)seines Glaubens, berichtete ihnen,was die Christen im Sinne hätten,und fuhr dann fort: „Da ich Kriegzu führen habe gegen den Sultanvon Aleppo und meinen Neffen, alsoan verschiedenen Orten Heere halten
muß, und in diesem Lande meineMacht nicht vereinigen kann: soliegt euch ob, mir bcyzustche» undmit Pferden und Waffen zur Vcrthei-digung deS Landes euch zu versehen."Oie Bischöfe und Priester aber spra-chen : „Gnädiger Herr, u»S verbietetunsere Religion, die Waffen zu tra-gen und in den Krieg zu ziehen; wirwerden aber in den Moscheen Gottum Beschirmung deS Landes anru-fen. " AIS ihnen der Sultan dieFrage verlegte: „ WaS werdet ihraber thun, wenn die Christen kom-men und euch das Land wcgneh-men?" so antworteten sie: „WasGolteS Wille ist." Der Sultan abersprach ferner: „Weil ihr selbst nichtin den Krieg gehen könnt, so werdeich andere suchen an eure Stelle."Hierauf wurden die anwesenden Muf-ti'S und JmamS aufgeford^rt, nach derReihe vom höchste» bis zum gering-sten jeder gewissenhaft und der Wahr-heit gemäß die Lage und den Ertragseiner Ländercycn dem Sccrctair desSultans zu melden, welcher allesaufschrieb; und alS die Summe gezo-gen wurde, so fand sich, daß die Geist-