Drey und dreyßigstes Kapitel.
^ie Verwirrung in den kirchlichen Angelegenheiten des ge-lobten Landes, zu deren Anordnung der apostolische LegatAlberik nach Syrien kam, war unter dem schwachen KönigeFulko viel bedenklicher geworden , als sie unter seinen Vor-fahren gewesen war, welche den Ehrgeiz und die Herrschsuchtübermüthiger Geistlichen mit starker Hand gebändigt hatten.Die bcyden Patriarchen von Antiochien und Jerusalem wur-den sogar durch eine übertriebene Meinung von der Heilig-keit und den Vorzügen ihrer Stühle zu Plänen verleitet,welche die von Gregor dem Siebenten und seinen Nachfol-gern erweiterte Hierarchie des römischen Stuhls in Gefahrbrachten.
Nicht lange vor der Ankunft des Fürsten Raimund zu 2.Antiochien war der erste katholische Patriarch von Antiochien,Bernhard, nach sechs und dreyßigjähriger treuer Verwaltungseines Amtes in hohem Alter gestorben. Er hatte auf der er-sten bewaffneten Wallfahrt, damals Bischof von Artois inFlandern, den frommen Erzbischof Adcmar von Puy alsKapellan begleitet und war im zweyten Jahr nach der Erobe-rung von Antiochien, da Johannes, damaliger griechischerPatriarch von Antiochien, sich freywillig seines Stuhls be-
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