Druckschrift 
2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
627
Einzelbild herunterladen
 

König Fulco.

617

zu thun sey. Worauf der Chalife ihm befahl, den Gefan-genen sorgfältig zu bewahren, bis er von Bagdad einenMann senden werde, um den Dobais dahin zu führen.Mittlerweile bot aber Zenki, welcher die Gefangennehmungdes Emirs erfahren, gegen die Ueberantwortung desselbendem Könige von Damaskus die Erlassung des verabredetenLösegeldes von fünfzig taufend Byzantien für Sunedsch, denSohn des Königs und die mit ihm gefangenen Truppen,was dem Thadsch al Moluk nicht verwerflich schien; Dobaiswurde also zu Kara gegen Sunedsch und die andern vonZenki gefangen gehaltenen Damastener ausgeliefert und ge-fesselt in einer Sanfte nach Haleb gebracht, wo er nichts an-ders als den Tod erwartete. Sobald aber Zenki nach Halebgekommen war, so gab er ihm feine Freyheit wieder, räumteihm zur Wohnung ein Haus, Darledschin genannt, ein,schenkte ihm hundert tausend Byzantien und mehrere kostbareEhrenkleider und behandelte ihn als seinen Freund. Dobaisbegleitete hierauf, wie wir berichtet, den Athabek Zenki aufseinem unglücklichen Zuge wider den Sultan Seldschuk undden Chalifen Mostarschcd, und drey Jahre hernach begab ersich zu dem Sultan Masud, für welchen er damals gestritten,in der Hoffnung gnädige Aufnahme zu finden, und kam zuseinem Heere in derselben Zeit, da er' eben den ChalifenMostarsched überwunden hatte, ward aber auf Befehl desSultans an dem Thore von Maragah ergriffen und in einGefängniß gebracht. Damals! rettete er dem EmadeddinZenki das Leben und büßte dafür selbst mit dem Tode.Denn der Sultan lud den Athabek Zenki in einem Schreibenzu sich, in der Absicht, wenn er käme, sich seiner zu entle-digen; Dobais aber, welcher diese hinterlistige Absicht desSultans erfahren, gab seinem Freunde davon Nachricht und

Rr 2