König Balduin II.
475
Heiden den Streit mit einer geringen Zahl christlicher Streik der-lei: gefürchtet hakten. Der König Balduin sandte von Tri-polis aus den größten Thcil seiner Ritter mit dem heiligenKreuz nach Jerusalem zurück, wo diese am zwanzigsten Tagedes Septembers ankamcn, und das Heiligthum wieder anseinen Ort stellten. Er selbst begab sich nach Antiochien,dem Unglück entgegen gehend.
Die Macht Balaks wurde immer furchtbarer. Da er^bald nach der Belagerung von Atsareb von Melitene her ein-brach, fielen bey Sarudsch zwcy angesehene christliche Für-sten, der Graf Joc-celin und dessen Nesse Galeran mitscchszig andern Rittern in seine Gewalt "). Doch Balakgewann wenig durch ihre Gefangenschaft; denn als er ihnenfür die Abtretung ihres Landes die Freyhcit anbot, so ant-worteten sie ihm in einem morgcnlandischen Gleichniß: „Un-sre Lander sind wie die Lasten von Cameelen. Wenn einCamccl am Fuße verwundet ist, so legt man dessen Last aufein andres Camcel. So kommen auch unsre Länder in andreHände 'o)". Nach dieser Antwort sandte Balak die Ge-fangenen nach der Burg Chortbcrt.
Der König Balduin brannte vor Sehnsucht, die gefan-genen Fürsten zu befreycn. Zuvor suchte er aber die Ver-
iy) Kemalcddin nennt unterLen Gefangenen, welche in ValaksGewalt fielen, noch einen NeffenTankrcds, welcher auch unter denGefangenen in der Schlacht bei, Lei-lun gewesen war (S. Kap. xxil.Anni. 41.), und fich hernach mittausend Goldstücken losgekauft hatte.Weg den abendländischen Schriftstel-lern finden wir seiner nicht er-wähnt. Nach Abulfaradsch
cciiran. 8;-r. S. ZO2.) wurde Joscc-lin gefangen, da er seine Neuver-mählte zweyte Gemahlin , die Toch-ter des Fürsten Roger, von Antio-chien nach Edessa führte. Der Ge-fangennchmung IoScelins und Ea-leranS erwähnen Idulcircr. Lri-uot. act a. Iwt. c. 21. kvilli."r ^ r. XII. 17.
KcmaleLdin.